Wie kann ein Mensch das ertragen?

Ich bin seit 6 Tagen am Stück richtig doll krank, anders krank als ich es von mir so kenne und ich vermute daß es eine Art von Overloadreaktion ist. Ich habe seit all diesen Tagen durchgängig schmerzhaften Husten des Todes, mit übler Atemnot, akutem Schlafmangel denn ich schlafe keine Stunde ohne von Hustenanfällen wach zu werden und fast zu kotzen, ich habe am ganzen Körper an jeder Stelle die er so hat sehr starke Schmerzen, Fieber und dazu eine unwahrscheinliche Reizoffenheit. Ich bin sonst immer irgendwie anders krank und nie so lange so doll an so vielen Tagen hintereinander. Diesmal ist anscheinend mein Körper so richtig auf Schmollkurs mit mir, weil ich mir einfach unwahrscheinlich viel zumute seit Tagen. Shutdownfrei, Meltdownfrei und freiwillig wie gesagt.

Seit 11 Tagen mache ich ganz freiwillig jeden einzelnen Tag zu einem potentiellen Overload-Shutdown Tag mit größeren Aktionen. Normalerweise würde mich jeder einzelne Tag schon ins off schießen am Abend. aber ich halte irgendwie durch und manchmal frage ich mich warum und wie.  Ich würde sagen jede einzelne Tag, jede Begegnung war es absolut wert, aber nun kommt halt anscheinend die Endabrechnung. Ich schreib euch mal, was so die Tage passierte:

Tag 1:

Mein für ein paar Tage Twitterbesuch den ich noch nie persönlich traf an vom Flughafen abgeholt, sich gegenseitig beschnuppert, sich für supernett befunden, mit dem Auto ans Meer gefahren, viel gequatscht, viel gesehen, gekocht, gegessen, getrunken

Tag 2:

Sightseeing in Hamburg mit dem Besuch und dem teuersten Fischbrötchen von der Welt (also psychisch gesehen, absolut overloadschreiende Butze in der wir beide lange auf unser Brötchen warten mußten) Vorbereitungen für das morgige Twittertreffen bei uns. Immer noch nicht 1 Sekunde alleine gewesen. Das war supernett, aber für jemanden der ständig mal ne Pause von Menschen braucht echt anstrengend. Danach noch Kraftwerkkonzert obendrauf.

Tag 3:

Sightseeing mit Besuch in Stade und am Elbstrand, diverse Twitterer kamen Abends zu Besuch zum „Tweuer“. Ich habe den ganzen Tag nebenher noch Soljanka mit und ohne vegan gekocht, alles vorbereitet viel geplant und dann kam alles anders als vorgestellt. Wer mich kennt weiß wie sehr mich Planungsvorgänge unter Anwesenheit von Menschen auslaugen. Abends war komische Stimmung, keine Ahnung warum aber mein „Menschenrauschsinn“ hatte viel zu tun und mitzufühlen warum es jedem einzelnen grade nicht gefällt und so. Habe versucht theatralisch alle doofs von allen Seiten aufzufangen und abzumildern und mich glaub ich viel zu sehr verausgabt dabei und zum Kasper gemacht. Hab ich mir natüüüüüüürlich hinterher gleich wieder vorgeworfen.

Tag 4: Kopfwehtag, nochmal gemeinsames Sightseeing in Hamburg mit Hafencity und Speicherstadt, Essen gegangen, Besuch zum Flughafen gebracht, Chaos zu Hause beseitigt, ins Bett gefallen trotzdem vor lauter Krank kaum geschlafen.

Tag 5: durch die vielen geplanten freien Tage habe ich extrem viele Patienten vor- und nacharbeiten müssen. Unausgeschlafen und krank. Das war superanstrengend. Gleichzeitig Planung und Vorbereitung des morgigen Kindergeburtstages auf absolutem Overloadrandstatus (jaaaa, wieder Planungsirrsinn!!!) Kind abgeholt, Entdeckung der gehässig abgeschnittenen Haare der Tochter, krank mit Fieber und Sorgen vor den kommenden Tagen.

Tag 6:

Früh aufgestanden zur Vorbereitung, Kindergeburtstag mit vielen sehr lauten bockigen, streitenden, genervten unerzogenen Kindern, zuvielen Erwachsenen die ebenso belustigt werden wollten, zu allem ihren Senf dazu gaben, einer nur noch robotermäßig funktionierenden Frau Anders und natürlich „meiner Mutter“. Trotz krank hab ich mich wacker geschlagen, war aber Abends total im Arsch. Krank ja wie schon erwähnt sowieso. Quasi so nebenbei.

Tag 7:

Nochmal Kindergeburtstag mit den kleineren Kindern von Nachbarn und Freunden, weil mein Kind gebettelt hat nur mit den großen zu feiern am eigentlichen Geburtstag. Mir geht es richtig arg dreckig, aber okay. Feiern wir halt nochmal mit Kindern und Menschen. Ich mache gute Miene zu bösem Spiel. Dem Kind zuliebe.

Tag 8:

Ich muß noch ganz viele Patienten abarbeiten um morgen am Geburtstag des Gatten frei haben zu können. Ich bin immer noch sehr krank, aber wenn ich heute noch durchhalte hab ich 3 Tage am Stück zur Belohnung frei. Das motiviert mich sehr. Also ordentlich mit Grippemitteln gedopt und durch. Danach Einkaufen, Geburtstagsvorbereitungen für den Gatten und viele Sorgen, weil ich ja so krank bin und alle Planungen für den morgigen Tag dahin sind. (Wir wollten das Kind in die Kita stecken und schön zusammen in die Sauna zum entspannen). Ich möchte meinem Mann soooo gerne einen schönen Tag machen, scheitere aber heute schon am Kuchenbacken so schlecht geht es mir. Mach ich halt morgen sage ich mir. Abends irgendwie bis 12 Uhr wach geblieben um in Ruhe wenigstens kurz anzustoßen.

Tag 9:

Gattengeburtstagstag. Ich könnte nur noch heulen, weil ich einfach nix mehr hinbekomme und doch so gerne möchte. Ich hab den doch so unwahrscheinlich lieb und möchte ihm so gerne einen ebenso wundervollen Geburtstag machen wie der Tochter, aber ich KANN einfach nicht. Der Körper versagt, ist 0 belastbar, fiebert und keucht. Ich versaue den Kuchen, wir machen nichts statt schöner Sachen und ich mache mir unwahrscheinlich arge Vorwürfe daß ich im Bett liege und er an seinem Geburtstag sogar noch einkaufen und den eigenen Geburtstagskuchen fertig machen muß. Abends raffe ich mich mit letzter Kraft auf, mit ihm und seinen Eltern wenigstens essen zu gehen. Zum Glück saßen wir in einer ruhigen Ecke. Trotzdem keimt die Angst vor den kommenden Tagen auf, weil ich weiß was da noch sein wird und der Akku leer ist. Ich will nur noch im Bett liegen und schlafen. Mich verziehen, keine Menschen mehr sehen.

Tag 10:

Unsere lieben Freunde aus Berlin, extrem laut, polterig, absolut überfordertgenervt mit 2 unwahrscheinlich lauten dauerheulenden unerzogenen Kindern fallen ein um sich ein paar Tage bei uns einzuquartieren und die Bude zu zerstören. Super Ding in meinem jetzigen Zustand. Schade wenn man die Freunde nie wieder ohne Kinder zu sehen bekommt. Ich ertrage die wirklich nur noch ohne ihre Kinder. Wir erfahren daß sie nicht morgen wieder fahren, sondern bis Montag hier bleiben wollten. Abends kommen noch diverse Gäste (auch wieder zT. mit Kindern, aaaaaaargh!!!!) dazu um gemeinsam den Gattengeburtstag zu feiern. Während die ruhigen, netten, älteren Kinder irgendwann friedlich ins Bett gingen und auch sonst lieb und unkompliziert waren, wurden die Schreikinder künstlich wach gehalten und nervten die ganze Nacht weiter. Natürlich wurden auch Sachen komplett verschokoladet und vollgekotzt.  Ich weiß nicht wie ich das weiter ertragen soll. Dann noch wuselige überforderte randgenervte Erwachseneneltern die über nichts anderes reden als Kinderthemen wie Kacke und Windeln. Die Kinderlosen haben zum größten Teil leider abgesagt oder sind ohne Absage einfach nicht erschienen 😦  Dazu das „Dauerrauschen“ der einzigen anwesenden ebenso hochsensiblen Kinderhasser über deren Anwesenheit ich mich eigentlich sehr gefreut habe. Die konnten das Wirrwarr und das Dauergekreische wie ich nicht ertragen, dann wurden zugekackte Kinder genau neben ihren übersensiblen Nasen auf dem Sofa gewickelt. Ich will keinen Ton mehr hören, befürchte komplett durchzudrehen und greife zum Alkohol, weil der meine Sinne etwas zu betäuben vermag und will nur noch weg. Herr Wuff schlief leider demonstrativ und ließ sich zu keinem Spaziergang mehr verleiten. Und statt daß ich mal kurz abhauen kann, hauten spontan alle Nichteltern fluchtartig ab und verließen mich quasi. Also weiter mit den Muttis und Vatis. Ätz. Ich versuche nebenher tunnelblickartig zumindest die Stiefel mit Nikolaussachen für morgen zu füllen um ein Minimum der wirklich wichtigen Sachen des Tages noch zu leisten. Alles natürlich immer noch mit quälendem Husten, teilweise Fieber und so. Irgendwann war ich sogar im Bett und alle waren ruhig. Ein Wunder!

Tja, heute ist Tag 11. Ich habe schon einen lauten Vormittag voller lautem polterigen Menschengewusel hinter mir. Den Gatten habe ich grade mit dem Besuch weggeschickt zu einem Ausflug. Morgen…morgen reisen alle ab, ich muß arbeiten und sonst geht alles seinen Gang. Ich freu mich ja schon soooo sehr darauf. Und statt daß ich mich jetzt ins Bett haue zum Genesen (ich muß ja schließlich morgen wieder arbeiten und bei unserer derzeitigen Geldnot wäre das wirklich wichtig) muß ich einfach mal zur Selbstreflexion schreiben was eigentlich alles so war die Tage. Irgendwie ist das glaub ich auch heilsam dieses runterschreiben. Wie ich das so schreibe merke ich erst daß es wirklich so ist daß ich hier grade unmenschliches wuppe für einen arg angeschlagenen Autisten. Ich muß  denken über so Sachen wie warum diesmal der Körper statt des Inneren durchdreht, warum hat der Geist keine Notbremsen vorher gezogen, wie hab ich das abdrehen eigentlich genau abgestellt und aufgeschoben, was mag die kommenden Tage passieren mit mir, wie geht es eigentlich dem Gatten (wobei der deutlich mehr Pausen hatte) usw.

Keine Ahnung warum ich diesmal krank bin. Irgendwas mit selbst schuld scheint es zu sein. Naja, ich werde mich jetzt ganz doll um mich sorgen und dann wird das auch schon wieder.

Zeitlos…

Derzeit tut sich wieder richtig was bei mir. Ich gebe mir Mühe mehr auf mich zu achten, weil ich gemerkt habe daß ich dann einfach besser funktioniere und mit dingen umgehen kann.

Ich hab meine Gesundheit einigermaßen im Griff und hab keine Blutzuckerspitzen mehr, ich habe mein Arbeitspensum auf ein angenehmes Maß heruntergeschraubt, ich stehe 1h vor dem Kind auf um noch etwas Zeit für mich zu haben, generell ist meine Zeitplanung etwas großzügiger und beinhaltet seit neuestem auch so richtig geplante Pausen, der gemeinsame Haushalt mit all seinen unterschiedlichen Regeln nimmt immer mehr Strukturen an, und ich mache viele Dinge jetzt mehr auf meine Art und Weise statt sie zu tun wie „man“ es so macht.

Was mir aber am allerbesten hilft, meine Superkräfte um in der Welt da draußen klarzukommen zu wahren ist Zeit für mich zu haben. Also so ganz alleine und ohne die Anwesenheit anderer. Genau dieser Fakt ist dabei ganz doll wichtig. Selbst wenn mein Mann in einem anderen Zimmer im Haus anwesend ist, klappt das nicht mit dem Kraft tanken. Aber bin ich alleine, genieße ich die Zeit. Zeit um stundenlang Listen zu machen, um Dinge zu recherchieren, Wissen anzuhäufen, im Internet zu surfen, zu twittern, um zu denken und zu schreiben und zu tun was mir grade gefällt und wie es mir grade gefällt.

Tja, da haben wir schon mein Problem. Ich habe keine Zeit und alles was irgendwie geht, nehme ich mir ja schon.

Ich hab einfach zuviele Jobs im Leben. Ich bin Ehefrau, Mutter, Erzieherin, Putzfrau, Selbständige, Steuerberater, Bauherr, Familien- und Finanzmanager, Soziallebenorganisator der Familie, Krankenschwester, Therapeutin, gute Freundin, Seelentröster und was weiß ich nicht noch alles. Ja, und das alles in 24h, 7 Tage die Woche. Ich weiß nicht, wieviele Jobs Sie in 24h schaffen aber Pausen sind da so nicht vorgesehen.

Einzig diese eine Stunde früher aufstehen als alle anderen ist meine ganz alleine (auch wenn ich da meist organisatorisches für die Familie erledige und Einkäufe/den Tag für alle plane) und abends wenn das Kind schläft und der Mann mal Nachtschicht hat. Das ist recht selten, aber dann mache ich die Nacht zum Tag und tue all die tollen Dinge die mir so verdammt gut tun. Leider ist der Preis der Schlafmangel, der all das Gute was diese Auszeiten bewirken gleich wieder zunichte macht.

Normalerweise brauche ich viel mehr Schlaf als ich eh schon bekomme, aber wenn die Freizeit erst um 21 Uhr anfängt und man morgens um 5 schon wieder aufstehen muß wirds kniffelig. Erholung versus Erholung. Was ist eigentlich wichtiger? Schlaf oder Alleinesein? Meist siegt das, was ich seltener habe, das Alleinesein. Leider ist der Erholungsfaktor mit dem Schlafmangel hintendran wieder gleich null.

Mir fehlt diese Zeit für mich soooo sehr. Genügend Zeit mit genügend Schlaf hintendran wäre perfekt. Was ist schon alle 2 Wochen mal 1h-2h alleine sein und anschließendem Schlafmangel?

Aber das kann doch nicht sein, daß ich so wenig Zeit für mich habe??? Und wie soll das erst werden wenn der Mann von der Schicht runter ist. (Wird bald geschehen) Dann bin ich ja nie mehr so richtig alleine.

Wie machen denn das andere?

zusammenbrechen, durchdrehen, depressiv werden, aufgeben man selber zu sein ist keine Option.

Ich überlege, ob ich dies Jahr mal einen Urlaub für mich ganz alleine einplane. also so ganz alleine 24/7 auf einem Hotelzimmer einschließen oder sowas in der Art. Bin ja nicht anspruchsvoll. Ein Laptop, WLAN, essen, trinken reicht…

Wenn ich so überlege, früher hab ich Urlaub genommen um 1 Woche lang bei geschlossenen Gardinen, mit Pizza und Bier Tag und Nacht durchzuzocken.

Ein freier Morgen

Gestern war Elternabend und das Kind schläft bei Oma. Herr Anders schnorchelt noch seelig im Bett. So komme ich zu einer äußerst seltenen Situation. Ein Morgen ganz alleine und ich kann endlich wieder das tun, wofür mein ich seit vielen Jahren feste Programme und Abläufe hat. Ich hätte nie gedacht, daß man die nach über 5 Jahren einfach mal so abspulen kann „wie immer“. Aber es geht und es gibt mir so ein schrecklich gutes Gefühl, daß dieser Tag nur gut werden kann. Und das obwohl ich sogar gleich wegen meines immer noch kaputten Fußes einen Arzttermin bei einem fremden Arzt in einem fremden Ort habe. Ihr wißt ja sicher, wie solche Termine wirken können. Ich kann mich aber nun in Ruhe gedanklich darauf vorbereiten und meine Pläne und Abläufe schmieden. Ich drucke google maps aus, routenplane den Weg, recherchiere Parkplätze, lese die Webseite des Arztes akribisch durch, ich habe häßliche Nagellackreste von meinen Zehen entfernt, das Bein rasiert, schnell auszuziehende Klamotten rausgesucht, bei denen man auch das Hosenbein gut hochziehen kann usw.

Ich habe mir übrigens vorgenommen, diese Abläufe wieder in mein Leben zu integrieren und werde dafür auch Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Ich werde in Zukunft 1,5h vor dem Kind aufstehen und erstmal in Ruhe mit nem Kaffee in der Hand an den Rechner gehen und den Tag grob vorplanen. Ab und zu habe ich das schon mal gemacht und außer der akuten Müdigkeit (ich kann einfach nicht früh ins Bett gehen) fühlt sich das richtig an. Jeder Mensch hat doch mindestens 1-2h Zeit vor seinem Arbeitstag und meiner beginnt halt mit dem Erwachen der Familie und nicht erst bei Jobantritt.

Listen über Listen

Im Rahmen meiner Selbsterkenntnisse entdecke ich immer mehr Eigenheiten von mir die ich schon kannte, weil sie schon immer da waren, aber mir war nie so recht bewußt waren in welchem Ausmaß sie bestehen. Ich führe Listen. Massenweise Listen über allesmögliche. Es gibt mir irgendwie Halt im Leben. Es hilft mir mein Hirn zu leeren, denn sobald etwas niedergeschrieben ist, brauche ich nicht mehr daran zu denken und kann mich anderen Dingen widmen. Und so führe ich ein Sammelsurium an diversen Listen und kann jegliche Informationen zu allen möglichen Dingen jederzeit ergänzen oder eben auch bei Bedarf abrufen. Sehr auch zum Leidwesen meiner Mitmenschen, die sowieso schon immer beklagen daß ich zu allem irgendwie genaue Informationen abrufen kann. Ich habe mal in Rechner, Lesezeichen, Notizbücher usw. geschaut, worüber ich eigentlich so Listen führe und mag einfach mal notieren was ich da alles auf den ersten Blick gefunden habe. All diese völlig unterschiedlichen Themen und Dinge stehen tatsächlich so nebeneinander. In meinem Lieblingsprogramm was leider nicht mehr weiterentwickelt wird führe ich:

Kochrezepte, Wo kann man welche Ökokinderklamotten in welchem Laden zu welchem Preis kaufen, Bastelideen jeglicher Art- unterteilt nach Materialien und Aufwand, Ökotestergebnisse der letzten zig Jahre für allemöglichen Produkte die ich nutze, Businessplanideen und Brainstorminglisten, Vergleiche allemöglicher Geräte wie Staubsauger, Kühlschränke, Kindersitze, Autoreifen, Drucker usw. nach all ihren Merkmalen und Stromverbräuchen usw., Kinderkrankheiten, Essenpläne und Listen, Listen über gesunde Ernährung, Knabberfische, Neurodermitis, Kosmetikprodukte, Gehaltsvergleiche, plastikfreie Dinge und Bezugsquellen, Sinnsprüche die ich mag nach themen, Ausgaben die ich in der Steuererklärung nicht vergessen will, Umzugslisten, Mitnehm- und Packlisten für allemöglichen Ausflüge und Urlaube, Frisurideenlisten, Listen wann man was im Garten übers Jahr machen soll, Medikamentenlisten und Medikamentenvergleiche für alles was ich mal brauchen könnte, Bankenvergleiche, Giftstoffbezeichnungen in Kosmetika, Töpferideenlisten, Einladungskartentextsammlungen, diverse Vergleichs- und Ideenlisten zum Thema Hochzeit, Ernährungsprogrammlisten, Wildkräuter, Versicherungen, Selbermachprodukte im Haushalt, Listen mit Textsammlungen für meinen Job, Linklisten für allemöglichen Themen und Unterthemen, was ich alles mal ausprobieren will im Leben-Liste, Listen über meine Erkrankungen und körperlichen Auffälligkeiten, Listen über mich und meine positiven wie negativen Eigenschaften, Listen wem ich im Falle einer Adressänderung Bescheid geben muß, Ausflugsideenlisten, Bloglisten, Bücherlisten, Musiklisten, Geschenkideenlisten, Hauskaufthemenlisten, Listen für Dinge aus meinen Computerspielen, Reiseideenlisten, Listen über Firepoifiguren die ich schon kann, Klamottenlisten, Klamottenshoplisten, Silikonölvergleichslisten, Druckerpatronenlisten, Wohnungseinrichtungsideenlisten, Wohnwagenpreisvergleichslisten, Was könnte ich gleich mit kaufen falls ich mal im Laden X,Y,Z bin oder da und da bestelle im Internet, Listen über Fakten zu bestimmten Erkrankungen, Spritverbrauchslisten, Kreditvergleiche, Einkaufslisten sowieso, Listen über Sprachfehler und lustige Sätze meiner Tochter, Listen über die Namen unserer neuen Nachbarn, Listen über die Passwörter meiner Mutter (für den Computersupport), Listen über Fachwerksanierungsthemen, Listen über notwendiges für meine eigene Praxiszulassung, Listen mit Gesetzesinhalten zu diversen Themen, Lesen will listen, Listen was ich an meinem Mann doof/gut finde, Listen mit den Maßen unserer Wohnung, allen Tischen und so, Namenslisten der Namen die mir gefallen, Haarfarbenlisten, Nählisten, Listen über Dinge die ich gerne tue oder mal gemacht habe, Listen der Männer mit denen ich mal was hatte (hüstel…), Listen über Geldausgaben, Listen über den Ablauf von Routinearbeiten im Alltag usw. usw.

Dazu kommen diverse Lesezeichen, Notizzettel auf Rechner/Handy/Papier und so.

Wenn man das so liest, fühlt sich das ganz schön bekloppt an was ich da treibe. Mir war es wirklich nicht bewußt wie viel das dann gesamt gesehen doch ist. Dabei ist es nur ein winzig kleiner Auszug aus all den Listen und Unterlisten die ich führe und mit denen ich bei Bedarf auch regelmäßig arbeite. Wie gut daß ich wenigstens keine Liste brauche um zu wissen was auf welcher Liste steht sondern alles sofort finde 😉 Trotzdem tut es mir gut mich damit zu beschäftigen und am liebsten würde ich noch viel mehr Zeit meinen Listen widmen, sie mal auf Aktualität prüfen und sie am liebsten alle an einem Ort verwalten können. Irgendwie „erdet“ mich das. Schon seltsam…

Was mir jetzt dazu nur noch fehlt ist eine neue Form, meine geliebten Listen zu führen und dann auch immer bei mir zu haben. Ich fummel mich grade in Evernote ein, was ich dann ja auch auf dem Handy abrufen kann aber so richtig warm werde ich damit auch noch nicht und ein paar Funktionen fehlen mir dann doch noch.

Also falls es noch andere gute Tips gibt, immer her damit.  Gibt es eigentlich hübsche Listenbücher oder so?

Vom Kaffeekochen und anderen Freundlichkeiten

Nun hält auch bei uns endlich wieder der Alltag Einzug in unser Leben. Urlaub ist ja schon was tolles, aber irgendwie auch immer ganz schön anstrengend. Nichts ist wie sonst und selbst bei Standartroutinen die man sonst immer alleine macht wie zB. morgens vor dem sprechen den ersten Kaffee für sich zu kochen steht plötzlich im Urlaub immer jemand um einen herum, will mit anfassen, helfen oder einen wenigstens mit Gesprächen aufmuntern. Mich stört das ganz enorm, wenn jemand in meine ureigenen Handlungsabläufe pfuscht und dann stehe ich plötzlich wie mit einem Brett vor dem Kopf da und kriege selbst das anschließende Frühstückstisch decken nicht vernünftig hin. Komisch, daß mir das alles früher nie aufgefallen ist. Ich habe immer nur gemerkt daß ich manchmal enorm komische Laune habe, gereizt reagiere und komische Dinge tue, vieles vergesse zu tun und habe überhaupt nicht gemerkt warum. Seit ich allerdings auf einige Dinge achte und hinsehe, sehe ich all diese warums und manchmal fühlt es sich an als werde ich immer schlimmer und sensibler mit der Zeit. Aber ich glaube ich war schon immer so und es fühlt sich nun einfach nur anders an. Früher hab ich generell von mir gedacht, ich wäre charakterlich eh immer etwas verpeilt und es war mir peinlich daß es ganz besonders schlimm bei Gästen war. Das hatte auch viel Schampotential. Heute weiß ich, daß sie einfach alles durcheinander bringen wie zB. das Kaffeekochen als Geste der Freundlichkeit am Morgen zu übernehmen  und damit meine Reihenfolge in der ich Dinge tue durcheinanderbringen. Diese muß ich dann gedanklich wieder sehr aufwändig neu sortieren und dafür fehlt mir oft morgens noch die Energie. Außerdem geht das auch so irre schwer, weil ich nicht einfach denke „erst der Kaffee, dann fix Eier kochen, dann irgendwie Marmelade, Butter und so weiter auf den Tisch gestellt…fertig“

Nein, ich denke:

Zuallererstmal muß ich den Wasserkocher befüllen und anwerfen. Zeitgleich müssen nämlich die Eier ins Wasser damit hinterher alles gleichzeitig fertig ist. Nebenbei bemerke ich den Stand, wann ich wieder Kaffee und Eier brauche und berechne auch gerne mal wann die Eier und der Kaffee wohl wieder alle sein könnten, ob ich an dem Tag überhaupt Zeit hätte zum einkaufen, was könnte ich denn gleich noch mit einkaufen um mir Wege zu sparen, was macht eigentlich das Geld auf dem Konto, ach ja ich wollte ja noch was überweisen usw. usw…..ZACK, da bin ich schon wieder abgeschweift. Zum Glück klickt dann der Kocher und holt mich zurück ins hier und jetzt. Das ist nun der perfekte Zeitpunkt die Brötchen in den Ofen zu schieben. Mache ich es früher oder später, sind die noch nicht fertig oder schon schwarz. Dann gieße ich den Kaffee auf und lasse ihn ziehen. In der Zwischenzeit überlege ich, wer welche Tasse bekommt. Ich habe nämlich Tassen aus denen ich gerne trinke und Tassen die ich nicht mag weil sie so einen komischen Randabschluß haben und sich beim trinken am Mund komisch anfühlen. Letztere versuche ich immer gerne dem Mann unterzuschieben weil wir von meinen Lieblingstassen einfach zu wenige haben. Doof nur, wenn die Guten alle im Spüler sind oder das Kind eine veränderte Sitzordnung am Tisch beschließt, weil es ja uuuunbedingt heute mal neben Papa sitzen will oder so. Also schnell eine Lieblingstasse an meinen Platz gestellt in der Hoffnung daß es mein Platz und somit auch meine Tasse sein wird. In Gedanken mache ich mir aber schon mal den Notfallplan B was wäre wenn. Kann ja nicht gehen daß ich ohne meine Tasse und so…Dann muß ich bedenken wer von den anderen beiden auf was besteht. Das Kind ißt nur von einer ganz speziellen Löffelsorte, der Mann muß sein Ei immer falschrum im Becher haben um sich gut zu fühlen usw….Der Kaffee ist dann langsam durchgezogen und kann auf den Tisch gestellt werden. Oh, die Brötchen…

UND ICH HABE BIS DAHIN NUR KAFFEE GEKOCHT UND NOCH NICHTMAL EINE MARMELADE AUFGEDECKT!!!!

stellt euch mal vor das würde jemand einfach machen…

Ich wüßte nicht ob wir bald neuen Kaffee bräuchten, an welchem Tag der Woche ich eigentlich einkaufen gehen wollte, ich würde keine längst fälligen Überweisungen tätigen, die Brötchen wären noch nicht im Ofen und somit nie und nimmer pünktlich zum Essen fertig und wären dann auch zu heiß zum essen, ich würde vom vielen Denken kaum reflexartig zurückkehren, ich hätte das Tassenproblem noch nicht gelöst und ich würde durch die reine Anwesenheit der anderen Person davon abgehalten werden die restlichen Tätigkeiten die nötig sind entsprechend umzuorganisieren und würde dastehen wie der erste Mensch der noch nie einen Frühstückstisch gedeckt hat. Vielleicht bekäme ich dabei sogar eine Marmelade auf den Tisch oder einen Teller, aber alles andere würde mir nichtmal einfallen und so starre ich danach oft auf den fast leeren Frühstückstisch wohl wissend daß irgendetwas doch noch fehlen muß, aber ich einfach nicht drauf komme was. Nebenbei dreht das Kind völlig durch weil es vielleicht den falschen Löffel hingelegt bekommen hat, was zur Folge hat daß mein Mann aufgrund der schlechten Stimmung im Raum ebenso durchdreht und mürrisch vor sich hinrauscht was bei mir alles Doofe in mir nur noch 1000fach verstärkt und der ganze Tag ist schon beim Kaffee im Arsch.

Nee Leute, laßt mich einfach meinen Kaffee selber kochen. Danke!

BTW: und ich Trottel dachte immer, mein Mann wäre der Autist und irgendwie seltsam. Ich kann das irgendwie auch sehr gut…*duck und weg*

Da geht es schon los

Warum bastel ich hier eigentlich diesen Blog? Ganz einfach, weil ich Zeit habe und eigentlich ganz viel erledigen wollte. Kennt ihr das? Wenn etwas wichtiges ansteht und grade der Kleinkram an Aufgaben einfach innerlich zuviel wird, dann brauche ich irgendwie etwas anderes zum fokussieren und um wieder runterzukommen. Ich habe heute ausnahmsweise mal frei und wollte eigentlich, nachdem ich das Tochterkind in die Kita gebracht habe gleich danach (damit ich mich nicht wie immer drücke oder ewig die Zeit vertüddel) noch zum Baumarkt etwas kaufen, dann bestellte der Mann noch einen Packen Unterwäsche (es muß ja immer die selbe aus dem selben für mich oberschrecklichen Laden sein) und ich wollte noch etwas einkaufen. Dann hätten wir alles beisammen, und wenn er heute um 14 Uhr Feierabend hat, fahren wir zu seinen Eltern zum Kaffeetrinken. Kann ja nicht so schwer sein, oder?

Das war der Plan, es kam aber nun so:

Das Tochterkind kam heute schwer aus dem Bett, dann wollte es auch noch was anderes frühstücken als sonst und brachte damit alle meine Routinen durcheinander. Hey, das ist echt gemein, denn grade morgens geht mein Hirn doch noch nicht so gut und ich brauche 10x länger zum umdenken und umplanen all dieser kleinen Dinge die mit sowas zusammenhängen.  Auf jeden Fall waren wir im Ergebnis viel zu spät dran. Ach ja, und dann mußte ich auch noch Schwimmsachen raussuchen anstelle wie sonst immer die Sportsachen, denn heute wollten sie auch in der Kita mal alles anders machen. Nachdem ich alles zusammengeraffelt habe, fiel mir ein daß ich ja noch was vorhatte nach der Kita. Mist! Denn dazu hätte ich jetzt noch etwas Vorbereitungszeit benötigt für Geldbörse suchen, mich landfein machen, mir eine Einkaufsliste zu schreiben (ich bin ein schrecklicher Listenfetischist. Ohne Listen geht bei mir ja gar nichts), mir einen Plan zu überlegen welche Wege ich in welcher Reihenfolge fahre usw. Okay, fix im Hirn alles umgeplant. Dann fahre ich halt nach der Kita nochmal nach Hause, erledige alles was ich zum einkaufen vorab benötige, denke ne Runde darüber nach wie ich das am besten gestalte und fahr danach los. Das wäre ja auch viel entspannter so….In der Kita angekommen, Kind ohne größere Zwischenfälle abgegeben, spricht mich plötzlich im rausgehen eine Mutter an und will mit mir ne Runde smalltalken. Hey, das machen die sonst nie! Dabei wünsche ich mir das manchmal auch ab und zu mal wie alle anderen da stundenlang vor der Kita zu stehen und über Belanglosigkeiten zu reden. Aber doch nicht ausgerechnet heute!!! Also hab ich versucht, dieses Gespräch so kurz wie möglich zu gestalten und zu drängeln daß ich ja totaaaal dringend losmüsse. Das war bei dieser Mutter echt schwer und dauerte gefühlt Ewigkeiten bis ich da wegkaum aus ihren Fängen. Als ich im Auto ankam und 3x durchschnaufte, überfiel mich dann allerdings eine abgrundtiefe Traurigkeit. Ich fand diese Mutter eigentlich doch immer ganz nett und eigentlich hätte ich mich doch freuen müssen. Ich mache mir ja mein Leben immer selber schwer….ich müsse mich ja nicht wundern daß mich niemand möge usw. Egal…schnell wegdrücken diese Gedanken und schnell nach Hause, hab ja noch was vor. Kaum zu Hause angekommen, mußte ich erstmal aufs Sofa zum erholen. Rechner geschnappt, wieder auf 1000 Ideen gekommen. Eierbecher bräuchten wir doch noch, ach ja und guck doch nochmal ob jemand Brennholz für unseren Ofen verschenkt, wie hieß eigentlich nochmal diese Schmerzsalbe die mein gebrochener Fuß grade so gut gebrauchen könnte? Ich wollte doch schon immer mal die Fensterbretter so richtig porentief saubermachen und ich hätte ja auch jetzt genau Zeit dafür….gesagt getan. Erstmal putzen. Danach wieder kurz ausruhen. Dann stelle ich fest, wie komisch ich manchmal bin und komme ich auf die Idee einen Blog zu eröffnen. Das hier ist das Resultat. Ich traue mich gar nicht mehr loszufahren, denn dann müßte ich ja auch noch in diesen schrecklichen H&M, den ich am liebsten nur mit Gehörschutz, Nasenklammer, Sonnenbrille und an Tagen in denen niemand dort einkauft betrete. Ich hab auch vergessen, was ich eigentlich nochmal im Baumarkt wollte. Mit fiel ein, daß ich mit meinem gebrochenen Fuß auch einige der besonders schweren Erledigungen lieber nicht machen sollte. Ich sitze hier zwischen Selbstvorwurf und Verzweiflung und komme einfach nicht ins Handeln.  Inzwischen blinkt mein Handy und ein lieber Freund fragt mich, ob ich nicht vielleicht mit ihm in 30 Minuten in der Mittagspause mit ihm spazieren wolle. Ich wäre doch schließlich in der Zeit bei ihm um die Ecke einkaufen. Waaaaaaaaaaaaah!!!! Schockstarre, wo bist du?

Es ist echt schlimm, wenn man das so selber mitbekommt was da verkehrt läuft in einem. Ich glaube manchmal, ich hab echt nen Vollschaden.