Sie hat es schon wieder getan- übergriffige Mutter

Ich dachte, ich hätte darüber schon mal geschrieben, aber ich finde gar nichts zum verlinken. Wahrscheinlich alles privat.

Meine Mutter…mir fehlen die Worte um sie zu beschreiben. Sie ist einfach krank und böse. Alles was sie wirklich gut beschreibt, alles böse was sie mir tagein tagaus bewußt antut hab ich hier noch gar nicht öffentlich niedergeschrieben. Einzig diese beiden eher seichten Beiträge schrieb ich hier mal über sie. Viel zu viel Luschikram um sie wirklich gut zu beschreiben, aber lest selber.

https://andersfamilie.wordpress.com/2015/01/27/ubergriffige-mutter/

https://andersfamilie.wordpress.com/2014/10/09/50/

Diese meine Mutter hat vor ca. nem Jahr meinem Kind ohne mich zu fragen die Haare abgeschnitten. Sie ist schließlich der Frisör und hat ja voll Ahnung usw. Sowas hat sie solange ich denken kann schon mit allen Kindern veranstaltet die bei uns ein oder ausgingen. Wenn die Eltern gesagt haben nur Spitzen schneiden und nicht dabei waren, hat sie immer Heimlichkeiten mit dem Kind gemacht und ihm ne neue Frisur verpaßt die sie ihm vorher fleißig eingeredet hat. Die wurde dann hinterher mit Spangen vertuscht. Hinterher war sie es dann nie gewesen, alle irrten immer nur wenn sie dachten da wäre zuviel ab. Das wäre sicher nur der Wirbel der jetzt anders fällt und was sie da immer alles noch rumgelogen hat. Damals vor 1 Jahr war mein Kind dran als es mal bei OmaOpa schlief. Das gab ein riesen Drama. Einerseits mein heulendes Kind aufzufangen, daß sich selber massivst vorwarf vor lauter Hilflosigkeit ja gesagt zu haben zu etwas das sie gar nicht wollte und andererseits meine unbändige Wut auf diese Frau, die Stein und Bein hinterher behauptete sie hätte nichts abgeschnitten und mir dann sogar noch die Worte im Mund umdrehte. Hinterher stand ich als die Böse da. Haare einfach so abschneiden wäre ja Körperverletzung und wie könne ich ihr sowas bloß vorwerfen. Das eigene Kind wirft ihr sowas vor. Das war so schlimm daß der Gatte und ich nach langem Gegrübel über Kontaktabbruch beschlossen daß unser nie wieder alleine dort hinfahren wird. Denn das ist für mich Körperverletzung. Tja, hätten wir uns mal dran gehalten mit dem nie alleine dahin. Irgendwie schaffen sie es immer wieder dann doch alleine an das Kind zu kommen und unsere internen Absprachen auszuhebeln. Wir haben nämlich keinerlei Babysitter und brauchen diese Pausen so dringend, wir hassen es dort zu sein und andererseits hat unser Kind oft große Sehnsucht nach den Großeltern und wünscht sich sehr, mal dort zu übernachten.

So auch diesmal. Da war sie wieder diese Situation. Das Tochterkind wollte uuuuuunbedingt mit den Großeltern auf den Weihnachtsmarkt, nachdem es von Oma mit unzähligen Weihnachtsmarktfotos richtiggehend gelockt wurde. Wir hatten am Wochenende Besuch, erwarteten viele kinderlose Gäste und es war eigentlich total praktisch wenn sie nicht doof danebensteht. Außerdem hat sie direkt danach Geburtstag und das wäre wirklich toll zum vorbereiten. Außerdem lief es doch in letzter Zeit immer so gut und friedlich…Tja, wieder in die Falle getappt. Kind zu OmaOpa gebracht. Ein schönes Wochenende gehabt.

Kind mit „abbe Haare“ wieder abgeholt. SCHOCK!!!

Die tollen langen Haare die nach der Aktion vor einem Jahr nun endlich wieder lang waren und halbwegs passten. Die Haare mit denen wir eine tolle Eisköniginfrisur zum Kindergeburtstag vorhatten. Haare die endlich wieder so lang waren daß der vom Kind verhaßte superdünne Flechtzopf endlich wieder dicker wurde, Haare die endlich nicht mehr im Gesicht hingen und mit 1000 gehaßten Spangen gehalten werden müssen. Diese Haare sind nun massiv kürzer und mit fetten Stufen und Pony drin. Das hab ich leider erst später gemerkt, weil der Vater sie abholte und natürlich wieder alles schön mit Spangen kaschiert wurde. Sonst hätt ich vor Ort direkt was gesagt. Das Kind sagt, Oma hätte gesagt die Haare wären ganz doll kaputt und die würden alle anderen Haare anstecken wenn sie die nicht sofort abschneidet. Schließlich kenne sie sich ja aus als Frisör und was weiß ich nicht mit welchen Horrorszenarien sie noch gedroht haben mag. Kind behauptet es hätte gesagt, Oma solle erst die Mama fragen aber irgendwie hat sie sich dann breitschlagen lassen. Hier zu Hause heult sie nun die ganze Zeit und ich weiß ganz genau warum sie heult. Es sind nicht nur die Haare. Das war wie eine Vergewaltigung bei der das Opfer nicht weiß daß es eines ist und hinterher selber schuld ist, weil es schließlich ja gesagt hat. Ich kenne das Gefühl als Tochter dieser Person zu gut. Ich habe täglich solche Dinge über mich ergehen lassen müssen. Ich bin nun wo es mein Kind betrifft schwerst getriggert und so wütend daß ich im gegensatz zum Gatten bei dem Thema komplett durchdrehe und nun total ausgelaugt und hilflos bin. Selbst mein Körper streikt seit dem auf einmal und hat beschlossen krank zu werden.

Gestern habe ich es gesehen, heute hat meine Tochter Geburtstag, den schönsten Tag ihres Lebens  und gleich kommt meine Mutter als Gast. Sie wird das Kind vor allen anderen theatralisch mit Geschenken überhäufen die natürlich mehr sein werden als von allen anderen Familienmitgliedern und ich habe das Gefühl nur noch zusehen zu können und nur noch schwarz oder weiß reagieren zu können. Wie gespiegelt, denn eigentlich ist es meine Mutter die nur die beiden Variianten kann, nicht ich.  Mittelwege kann ich aber in ihrer Anwesenheit nicht, obwohl ich sonst ein Profi der Reaktionsvariationen bin. Ich kann es schon gar nicht heute, wo ich eh vom Socialisingwochenende ohne Ruhe danach, Vorbereitungsstreß und beginnendem Kranksein sehr angeschlagen bin. Ich kann heute nun alles herunterschlucken, mir schaden und so tun als wäre nichts um nen Tag später ein Faß aufzumachen was dann ja viel zu spät ist und nicht zieht oder ich kann total durchdrehen und meinem Kind schaden und ihm den Tag versauen und doch nichts damit erreichen außer dem schwarzen Peter vor versammelter Mannschaft. Halb durchdrehen, oder ernsthafte Gespräche kann ich nicht. Nicht mit DER! Nicht heute!

Es gibt heute einfach kein richtig und kein falsch und ich tendiere zum Klappe halten, Konsequenzen ziehen, sich endlich mal dran halten.

Wahrscheinlich werde ich mir genau das dann vorwerfen. Ich wäre gerne die Mutter die wie ein Tier kämpft für Recht und Gerechtigkeit. Das mache ich auch ganz oft, aber dieser eine Mensch der mich geboren hat, bei dem geht das nicht. Da bin ich durch pure Gegenwart Kleinkind und wehrlos und auch wenn ich es klar sehen kann was da passiert, bin ich doch hilflos. Mach doch einfach mal geht da halt nicht und Kontaktabbruch kann ich (noch) nicht.

Es ist in meinen Augen definitiv falsch auf ihren Kriegsschauplatz zu ziehen, denn genau das will sie ja. Da ist sie der Held der alles niedermetzelt und ich habe nie gegen sie kämpfen gelernt. Duckmäuser spielen ist aber genauso falsch. Neutral, ruhig, abgeklärt wäre wahrscheinlich toll aber das kann ich nicht. Nicht bei meinen kleinen privaten Triggerthemen.

Ich hasse mich dafür! Ich habe schon soooo viel geschafft und ich will endlich dieses letzte kleine Stückchen Ablösung vom Elternhaus bewältigen können.

Outing vor Eltern oder nicht?

Das Wochenende rückt näher. Ein Wochenende an dem ich alleine mit der Tochter zu meinen Eltern fahren werde. Fragt mich bitte nicht, warum ich das tue. Ich habe mich bewußt und mit dem Wissen um alle Konsequenzen daraus entschieden diesen Kontakt weiter aufrecht zu erhalten. Ich will nämlich einmal nicht in meinem Leben wegrennen und mich einbuddeln, sondern mich meinen inneren und äußeren Dämonen tapfer und aufrecht als erwachsene selbständige freie Frau stellen. Es sind meine Eltern und ich bin ihr Kind. Wir haben viele Jahre zusammen verbracht und ich hab noch viele offene Fragen die ich gerne loswerden möchte, bevor sie aus meinem Leben verschwinden. Ich übe mich also derzeit in Sanftmut obwohl alles in mir eher nach dem Gegenteil schreit.
Soweit so gut. Zu dieser Sanftmut gehört für mich irgendwie auch, ihnen zu erzählen daß ich nun eine Autismusdiagnose habe. Ich bin total unsicher ob ich es tun soll oder nicht. Einen emotionalen Mehrgewinn erwarte ich mir nicht, weder Verständnis noch Ablehnung sehe ich da auf mich zukommen. Dennoch hab ich irgendwie das Gefühl, ich bin es ihnen schuldig daß sie es wissen sollten. was sie dann damit machen, ist ihr Bier. Ob sie mit der Information dann was anfangen können um einige Sachen in der Vergangenheit anders zu bewerten oder um mal wieder ein Thema zum breitreden in der Nachbarschaft haben wie schlecht ich doch bin und wie schwer sie es schon immer mit mir hatten ist mir relativ egal. Aber ein ganz kleines bißchen hoffe ich auf dazu passende Geschichten aus meiner Kindheit. Ich kann mich an so vieles absolut nicht mehr erinnern und ich klaube jede noch so kleine Info auf die ich bekommen kann um weiter zu entdecken wie ich eigentlich vom Grundbauplan so angelegt bin. Da ist über die Jahre so viel drüberweg gekommen daß ich das darunter zwar erahnen kann aber nicht sehe.

Ausflug in die Vergangenheit

Oh man, ich krieg mich kaum sortiert. Mein Akku ist auf 0%, weil ich alles freiwillig hergegeben habe. Ich war ja gestern alleine bei meinen Eltern. Dort alleine zu sein ist etwas, das ich versuche dringend zu vermeiden. Denn alleine sein heißt auch Feuer frei zum zerstören der Frau Anders. Liebe ist halt kaputtmachen bei denen. Naja gut daß ich das irgendwie anders sehe und lebe. Aber das soll gar nicht mein Thema sein. Ich bin freiwillig dort hin gefahren weil ich so extrem viele Fragen habe. Fragen zu mir. Fragen wie ich denn wirklich so war als Kind. Eine Suche nach versteckten Potentialen und grundlegenden Wesenszügen die mir genommen oder überdeckelt wurden. Ich habe so schrecklich wenig Erinnerungen mehr an das „früher“. Wie war ich denn so, was hat mir Spaß gemacht, was fand ich blöd, womit habe ich Energie getankt und was waren meine Stärken. Ich habe sehr vieles einfach vergessen und verdrängt und ich hoffe aus den Antworten irgendwas für mein heutiges Leben schöpfen zu können. Mein Leben das mich wieder mehr zu mir selber führen soll. Ein Leben ohne Masken und Schauspiel. Das wäre toll.

Ich habe nur ein Problem. Ich bin nicht geoutet und ich habe Eltern die psychisch sehr krank sind. Dazu sind sie Narzißten deluxe deren Kind natürlich immer nur absolut perfekt oder so richtig scheiße war. Da ehrliche Antworten auf Fragen meinerseits zu bekommen ist schwierig. Also entschloss ich mich es geschickter anzugehen als nur zu fragen. Ich habe mich alleine auf in die Höhle des Löwen gemacht, so richtig als Traumtochter war ich da. Ich habe einen wirklich netten Abend mit ihnen verbracht und mir viel Zeit genommen sie zu lobpreisen. Dann habe ich die Gespräche geschickt über meine Tochter auf meine Kindheit gelenkt und ich bekam tatsächlich ein paar Aussagen. Zudem habe ich noch alte Tagebücher von mir in gut gewählten alten Verstecken gefunden und ich bin geschockt wie schlecht es mir damals als kleines Kind schon ging. Worüber ich so nachdachte. Wie groß mein Wille war normal zu sein, was ich alles getan habe um zu gefallen, der ewige Wunsch endlich auch mal Freunde zu haben und es dennoch immer wieder zu verkacken.

Mein persönlicher Knüller des Abends war die Aussage daß ich von Geburt an schon immer opportunistisch gewesen wäre. Ich war immer mit Absicht gegen alles was andere so taten und ich kannte nur schwarz und weiß. Bemüht habe ich mich auch nie wirklich. Alles klar!

Mir tut das arme Kind was ich mal war sehr leid. Ein Kind dessen eigene Eltern es total falsch einschätzten. Das Kind, was selber leere Freundschaftsbücher für sich selber füllte und das allen einfach nur alles recht machen wollte und es nie geschafft hat.  Irgendwann zeig ich euch mal Tagebucheinträge wenn ich mich traue. Die sind echt krass.

Ich bin froh, daß dieses Kind was ich einmal war so langsam in die düstre Vergangenheit entschwindet. Da gehört es auch hin. Mit einer fetten Abschiedsumarmung von mir.

Ich habe heute selber so ein Kind wie ich es mal war. Ich habe es jeden Tag vor Augen wie hart das Leben als kleiner Mensch ist, wenn man anders ist und doch gleich sein will. Es ist verdammt schwer, es auszuhalten hilflos zuschauen zu müssen. Meine Tochter ist mir extremst ähnlich und triggert mich daher sehr. Aber ich bin auch jeden Tag sehr froh daß ausgerechnet ich ihr Lehrmeister sein darf. Denn ich hab es ja auch ganz gut da durch geschafft und weiß wie es geht.

Ich bin heute verdammt stolz auf mich, daß ich trotz allem ein guter Mensch geworden bin, daß ich trotz aller Widrigkeiten immer weiter gemacht habe und nicht einfach von dieser Welt entschwunden bin.

Es fühlt sich verdammt gut an immer mehr „ich“ zu werden. Manchmal muß man um sich wiederzufinden nochmal in die Höhle des Löwen zurück, wo man sich verloren hat.

Sorry, bin etwas wirr heute und wer mich kennt weiß daß ich eigene Texte niemals 2x lese oder gar hinterher korrigiere. Zumindest nicht hier. Das ist einfach nur ein „raus mit dem Kram“ und das ist auch gut so!

Brief an einen Autisten

http://briefeaneinenautisten.tumblr.com

Es wurde aufgerufen einem 10 jährigen autistischen Jungen mal einen Brief zu schreiben wie das eigentlich so war als 10 jähriger Autist. Er schämt sich wohl sehr autistisch zu sein. Das ist doch voll blöd sich für so etwas großartiges zu schämen und daher bin ich natürlich dabei:

Hallo du unbekannter Junge!

Du hast ganz schön viel Post hier durchzulesen, aber es ist bestimmt total toll soviele nette Briefe zu bekommen. Auch ich mag dir gerne ein paar Zeilen schreiben. Ich bin eine 35 Jahre alte Frau und weiß erst seit 2 Jahren daß ich Autistin bin. Jetzt hat das was mich schon seit ich denken kann von anderen unterscheidet einen Namen. Ist schon ganz schön krass wenn man das erfährt und gar nicht weiß was das eigentlich ist und warum ausgerechnet man selber denn sowas haben soll. Mit 10 Jahren wäre mir das bestimmt auch oberpeinlich gewesen, aber schlimm ist das eigentlich gar nicht wenn das was man ja sowieso ist einen ganz bestimmten Namen bekommt. Das ändert ja nichts an dir als Menschen, gibt einem aber ein Wort und somit auch die Möglichkeit sich darüber genauer zu informieren.

Ja, ich will dir unbedingt schreiben. Nur was eigentlich? Ich kenne dich doch gar nicht. Ich habe mir nun also den ganzen Tag meinen Kopf förmlich darüber zerbrochen was ich da bloß schreiben kann und wie das eigentlich so mit 10 Jahren war. Was soll ich sagen, mir fällt eigentlich nichts ein oder nur irgendwie doofes weil das eine echt beschissene Zeit für mich damals war die ich krampfhaft versucht habe zu vergessen. Ich habe ständig versucht dazuzugehören, Dinge wie andere zu tun, Freunde zu haben oder zu bekommen und wünschte mir nichts sehnlicher als so behandelt zu werden wie die anderen und all das schlug ständig fehl. Ich sah immer die Mädchen die Hand in Hand wie die besten Freundinnen von der Schule zu einem von den beiden nach Hause zum spielen gingen. Mit mir wollte niemand spielen und dabei habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht. Höchstens wenn sonst keiner da war war ich anscheinend gut genug. Ansonsten wurde ich entweder geärgert oder übersehen. Ich war in der Schule von den Noten her anfangs richtig gut, wurde dann von anderen als Streber gehänselt. Dann hab ich versucht bewußt schlecht zu sein wie alle anderen und wurde dumm genannt. Was ich tat war nicht richtig. Ich habe wirklich alles versucht möglichst nett zu allen zu sein, die selben Interessen wie sie zu haben, habe so getan als höre ich die selbe Musik und so. Aber niemand hat mich „gesehen“. Für andere war ich im besten Fall unsichtbar. Und da ich unsichtbar sein zumindest besser fand als ständig gemobbt und geärgert zu werden hab ich mich irgendwann sehr zurückgezogen und blieb für andere unsichtbar. Ich habe kaum noch etwas gesagt, bin nicht mehr auf andere Kinder zugegangen, habe nichts preis gegeben von dem was ich alles weiß und was mich so beschäftigt. Ich wurde ein richtig trauriges und stilles Mädchen. Dabei bin ich eigentlich ein superfröhliches Kind gewesen das gerne mit anderen etwas unternimmt, offen auf andere zugeht, lacht und Spaß hat.

Ab und zu hatte aber auch ich einige Spielkameraden die mich mochten und mit denen ich durchaus Spaß hatte. Keine Ahnung warum es mit denen besser ging als mit den meisten Kindern. Heute würde ich vermuten daß sie ähnlich tickten wie ich, auf jeden fall waren sie auch alle irgendwie anders. Leider hab ich das Pech gehabt daß ausgerechnet diese später auf andere Schulen kamen oder wegzogen.

Ich habe mich bis ins Erwachsenenleben mit dieser tiefen inneren Traurigkeit weil ich keine Freunde habe und sich niemand so recht mit mir abgeben wollte durchgeschlagen. Ich war einfach anders, habe Dinge anders gelöst und interessierte mich für andere Dinge als alle anderen. Als ich von meinen Eltern wegzog habe ich das erste Mal gemerkt daß ich mir die Menschen um mich herum vorher nie alleine aussuchen konnte. Immer wurde ich in Gruppen „gesteckt“ wie Kindergarten oder die Schulklasse oder es wurde von mir irgendwie erwartet mit Kindern klarzukommen weil es Kinder von den Freunden der Eltern waren, Nachbarskinder oder so. Nie vorher hatte ich ohne daß jemand dabei war mir meinen Freunde selber aussuchen können. Das änderte sich als Erwachsener schnell. Ich hatte meinen eigenen Computer in meiner eigenen Wohnung und habe viele Nächte damit verbracht mich endlich in Ruhe mit den Themen zu beschäftigen die mich so sehr interessierten. In Foren zu meinen Spezialinteressen fand ich dann erstmalig auch Menschen die irgendwie toll waren. Menschen die mich sogar mochten ohne daß ich mich verstellt habe um zu sein wie sie. So habe ich Stück für Stück ganz tolle Freunde gefunden. Alle sind sie irgendwie anders. Mein allerbester Freund ist inzwischen mein Ehemann und wir haben zusammen eine Tochter und ich habe inzwischen meine eigene kleine Ergotherapiepraxis in denen ich Menschen im Alltag helfe die nicht so ganz klar kommen mit ihrer Andersartigkeit.

Vor ein paar Jahren entdeckten wir, daß unsere Andersartigkeit einen Namen hat. Autismus. Das klingt total blöd und doof und so wie ich mir Autisten vorstellte war ich doch gar nicht. Im Fernsehen sind Autisten immer total doof und bekloppt. Heute weiß ich daß das gar nicht stimmt und Autisten gar nicht so sind wie die die man immer im Fernsehen sieht. Es sind meist die Menschen mit denen ich mich von ganz alleine wie automatisch gut verstehe. Es sind die tollsten und spannendsten Menschen die ich jemals kennengelernt habe.

Es sind oft die Menschen die verrückte Dinge tun, die die Dinge anders machen als andere und oft sogar viel erfolgreicher, die die immer ehrlich sind und sagen was sie meinen. Alle die ich persönlich kenne kommen ganz gut klar im Leben, seitdem sie wissen wie sie so ticken und etwas auf sich Acht geben. Ich kenne Punks, Klassikliebhaber, Wanderer, Comiczeichner, Computerspielerfinder, Maschinenreparierer, Menschenreparierer, Chemiker, DJs, Kindergärtner, Lehrer, Architekten, Künstler, Journalisten, Schauspieler, Musiker, Fotografen, Firmenbosse und sie sind alle Autisten!

Ich hatte übrigens neulich Klassentreffen. Meine ehemaligen doofen Klassenkameraden wissen heute nichtmal mehr wer ich damals war, erkennen mich nichtmal auf alten Klassenfotos. Sie finden es aber toll was ich alles im Leben geschafft habe und sind ein kleines bißchen neidisch, denn so ein richtig gutes Leben führen sie selber nicht. Ich bin froh, daß ich inzwischen mit tolleren Menschen zu tun habe die mich garantiert nie vergessen werden.

Also hey, was soll daran nochmal peinlich sein etwas anders zu ticken?

Wenn ich mir selber als 10 jährige nochmal einen Rat geben sollte wäre es folgender:

Höre auf so sein zu wollen wie die anderen und schau genauer hin wie du eigentlich bist. Dinge anders zu machen und anders zu sein muß nichts schlechtes sein sondern es kann dir auch helfen mit allem klarzukommen und später vielleicht total coole Dinge machen zu können. Nimm dir Pausen und kleine Auszeiten im Alltag wann immer du mal Pausen brauchst. Ja und schau genau hin wer dich wirklich mag und an deiner Seite steht. Stecke deine Energie nicht in die Freunde die angeblich am tollsten und beliebtesten sind, sondern in die die dich so mögen wie du bist und die zu dir passen. Oft sind diese Menschen schon längst da, aber oft machen auch sie sich unsichtbar und man muß genau hinschauen um sie zu entdecken. Es sind Kinder mit denen „man“ nicht spielt, Sonderlinge, stille Kinder die vielleicht in der Ecke stehen und heimlich nur die anderen beobachten. Vielleicht sind das ja auch so richtig coole Kinder, vielleicht welche wie du!

Hui, das war ja doch ganz schön viel.

Fühl dich mal unbekannterweise ganz lieb gegrüßt von mir,

Frau Anders

übergriffige Mutter

Ich hab mal etwas in der Vergangenheit gestöbert und bin fast geschockt was ich da schon wieder alles verdrängt habe. Dabei finden solche grenzüberschreitenden Aktionen meiner Mutter selbst heute beinahe täglich statt. Fast auch immer auf die selbe Art und Weise.

Ich möchte es gerne mal etwas aufarbeiten und werde nach und nach mal in meiner Vergangenheit stöbern was sie dort immer wieder getan hat an Übergriffigkeiten. Hier mal ein Zitat aus meinem alten Muttiblog. Es geschah 4 Wochen (!!!) vor dem errechneten Geburtstermin.

 Mütter:

Da ruft doch tatsächlich meine Mutter heute an, um mich im weinerlichen vorwurfsvollen Ton zu fragen ob ich denn nicht jetzt wenigstens schon endlich mal Vorwehen hätte. Das könne doch gar nicht sein. Sie hätte da ne Kundin deren Tochter einen guten Kontakt zu ner Gynäkologin hätte und die läßt sich jetzt 4 Wochen früher einleiten, das solle ich doch auch endlich mal tun. Ein Kaiserschnitt ginge sonst ja auch relativ zügig. Man müsse nur gute Kontakte haben, dann könne auch ich endlich mal das Kind bekommen…
Und es wäre doch endlich mal wirklich Zeit für Vorwehen.

Sagt mal, spinnt die jetzt völlig?
Ich habe versucht 3x tief duchzuatmen um dann etwas halbwegs freundliches á la: „Mööönsch, ich hab doch noch über 4 Wochen Zeit. Ihr seid aber ganz schön aufgeregt und könnt es wohl kaum noch erwarten“ zu entgegenen.
Na da hab ich ja was gesagt.
Sofort wurde dir bombe gezündet und alles mit schreien und kreischen abgestritten und mir wurde vorgeworfen daß ich mal nicht so empfindlich sein solle. Aber das wären ja wohl die Hormone….blah…Totschlagargumente á la sie hätte ja schon 2 Kinder geboren und wisse selbst am besten wie das geht natürlich inclusive.
Ich hätte doch im Blog irgendwann mal geschrieben daß ich keinen Bock mehr hätte und wie könne ich nur denken von ihr, ich habe immer nur böse Vorwürfe statt eine nette Tochter zu sein, sie mache sich ja nur Sorgen und ich soll doch einmal auch mal auf meine Mutter hören, aber ich weiß ja immer alles besser und so…und, und, und…ach ja und “Papa” würde ja sooooo die Tage gerne zu mir fahren um mich zu besuchen weil er sich ja soooooo Sorgen macht um mich (klar, Papa…;-))
Ich habe wirklich versucht alle Kraft bei mir zu behalten und trotz des Angriffes nett zu sein, aber bei so einer Reaktion geht das einfach nicht mehr. Ich bin auch nur ein Mensch und habe zurückgeblafft.

Wie heißt es immer so schön? Getroffene Hunde bellen und das kann sie gut.
Ich wußte heute gar nicht wie mir geschieht. Das ist so irre was die da macht.
Im Endeffekt endete der Spaß in einem typischen Mutter-Tochter Streit, der dann abrupt im schönsten Wortgefecht von meiner Mutter unterbrochen wurde mit dem Satz: und jetzt erzähl doch auch mal was schönes. Was hast du so vor am Wochenende?
Da hab ich sie nur noch 1x angefahren daß ich ihr diese Frage am Anfang des Gespräches schon 2x beantwortet habe und aufgelegt.

Waaaaaaaaaaahhh!!!

Hab auch extra Ilja nochmal gefragt ob ich jetzt irgendwie unfreundlich gewesen sei mit meiner echt freundlich hingelegten Aussage daß sie mal ganz entspannt bleiben sollen.
War ich wohl nicht- im Gegenteil

Oh jeh, mir graust schon vor der Zukunft mit dieser überbesorgten Besserwisser-Großmutter.
Ich denke schon viele Jahre über einen totalen Bruch nach, weil sie mir einfach nicht gut tut und jedes Quäntchen Kraft absauft das ich mir schwerlich zusammengesammelt habe.
Leider hab ich auch nicht die Kraft mich volldens von ihr zu lösen, obwohl das sicherlich das Beste wäre.
Nur hab ich ja nichtmal echte Argumente für einen Bruch außer ihre Art. Sonst fällt ja nicht viel vor.
Außerdem hängt da ja noch mein Papa mit dran, den ich nicht verlieren mag.
Naja, tieeeeef durchatmen und sich freuen daß man weiiit weg wohnt…

Oh man, ich erkenne so viele Muster die immer und immer wieder auftauchen. Ich bin inzwischen recht gut geerdet und hab ein gutes Selbstwertgefühl um mich nicht allzu sehr treffen zu lassen, ich hab allerdings bis heute keine Idee wie man sich bei solchen Dingen am schlauesten verhalten sollte.