Frau Anders kann ja doch mit anderen

Es ist immer wieder erfrischend zu sehen wie toll ich Dinge plötzlich und ohne Anstrengung kann die ich ja eben eigentlich nicht kann, wenn einfach die passenden Menschen dabei passend sind. zB. socialising, Freundschaften und so Kram. Ich bin so gerne unter Menschen und kann es ja ganz oft einfach nicht. Dann versagt mal hier die Stimme, dort der Geist, da krieg ich nur die Hälfte mit, kann nicht folgen, ich langweile mich, bekomme spontane Fluchtreflexe, weiß nicht wann ich reden darf und wann es unpassend ist, gucke anders als das was ich sage, bin wieder zu direkt und offen oder ich halte zu sehr meine Klappe und oft ist einfach alles viel zuviel für mich was auf mich einströmt.

Aber mit den passenden anderen neurodiversen Menschen klappts dann auch mit dem Sozialleben wieder. Dann tue ich das was jeder Mensch tut und was ich so vermisse. Dann kann ich plötzlich all die 0815Dinge innerhalb von Sozialkontakten in denen ich bei Normalos total versage und ich muß mir noch nichtmal Mühe dabei geben. Es tut verdammt gut zu sehen daß ich es ja doch kann. Ein schönes Gefühl und das beflügelt mich auch, weiter nach neuen passenderen Kontakten in meinem Umfeld zu suchen.

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Mißverständnisse

Mit meinem letzten Beitrag habe ich massenweise superliebe Mitleidsbekundungen erhascht. Viele Menschen wollten mir ein Ohr leihen für meine Sorgen, litten mit mir mit, machten Ratschläge.
Danke dafür!
Aber es geht mir blendend! Ich bin vielleicht genervt von all diesen Dingen über die ich schrieb, ich verzweifle manchmal auch an meiner eigenen Hilflosigkeit, an der Unbelehrbarkeit im Außen und daß selbst beste Freunde und Seelenmenschen es nicht kapieren und was weiß ich nicht noch alles. Aber ich leide nicht darunter. Ich hasse vielleicht Einsamkeit im Geiste, aber ich habe mich damit abgefunden und auch da leide ich nicht. Ich bin inzwischen soweit mich mit dem IST abgefunden zu haben und mit mir alleine glücklich zu sein. Ich finde Dinge vielleicht doof, aber treffen tun sie mich nicht mehr. Also alles schick mit mir!

Tja, da ist es wieder, mein Problem. Ich kann mich irgendwie sprachlich/schriftlich nie korrekt genug ausdrücken daß alles ankommt weil Sprache einfach nicht meine Sprache ist. Sang da nicht mal jemand was von wenn Worte meine Sprache wären? Das klingelt mir immerzu in den Ohren in letzter Zeit.
Worte sind nicht meine Sprache, waren es nie und werden es nie sein.
Ich spreche wie jemand der vielleicht grade erst eine Fremdsprache gelernt hat und nun versucht mit seinem Grundlagenwissen komplizierte Texte über sein Inneres in dieser neu erlernten Sprache mit begrenztem Vokabular zu verfassen. Bleibt bei jeder Kommunikation schon generell viel auf der Strecke, bleibt es bei mir fast zu 80% oder mehr. Schreiben geht durchaus schon mal besser als sprechen, aber gut und passend ist das auch noch lange nicht.
Ich sags ja immer, erfinde doch mal einer den Hirnport. Einfach einstöpseln und alles ist klar im Miteinander. Kurz mal das Hirn des anderen lesen oder das eigene auslesen lassen. Das wär mal was…

Wenn du denkst es geht nichts mehr, kommt von irgendwoher noch was schlimmeres her

Durchdreh!

Heute ist so ein Tag…ein Tag, der mit extrem voller to do Liste gestartet ist. Ein Tag mit fettem Overload irgendwie durch lauter Dinge von innen heraus. Durch den zu vollen Plan, den eigenen Erwartungsdruck und dem scheitern jeglicher Exekutivversuche entstanden. Etwas, was ich mir dann immer gerne mal wieder selber vorwerfe um es dann nochmal zu versuchen zu handeln, wieder zu scheitern, wieder vorzuwerfen, wieder aufraffen usw. usw. Eine ewige Todesspirale. Heute war ein Tag an dem die Arbeit sehr sehr anstrengend war, der TÜV wider Erwarten weit über 600€ kostete bei absolut leerer Kasse, ich superwichtige Termindinge nicht erledigen konnte weil Starre, ich einkaufen mußte und einfach alles anders lief als gewohnt. Und da sowas bei mir ja nie zu reichen scheint, kam auch noch SIE.

SIE, die Kindergärtnerin der Tochter. Eine Frau, Marke unzufriedene ewig garstige alte Frau kurz vor der Rente, ohne jegliche Empathie. Worst Kindergärtnerin ever. Generationen wurden von ihr betreut und Generationen haben sie gehaßt. Ausgerechnet wir mußten an diese eine Frau geraten. Eine Frau die mir im Elterngespräch nichtmal sagen konnte mit wem sich mein Kind versteht und mit wem nicht, weil sie es einfach nicht weiß. Eine Frau die behauptet daß mein Kind sich bei Tätigkeiten total wohl fühlt, wo sie sich monatelang extra Krankheiten ausdenkt um nicht erscheinen zu müssen. Eine Frau die die Kinder zwingt immer alle Teller leer zu essen, nicht mit links zu malen, auf Krampf das Sportabzeichen zu machen, die im Streit zwischen 2 Kindern immer grundsätzlich den Nichtübeltäter garstig anbrüllt, blöde gemeine Sprüche klopft und, und, und.

Was nun passiert ist, da muß ich kurz mal etwas weiter ausholen: Wir mußten vor einiger Zeit eine Art Einschulungssprachtest mit dem Tochterkind machen. Das machen die bei uns, um 1 Jahr vor Schulbeginn sprachlich minderbegabte Kinder neben des Kitabesuchs extra zu fördern, damit sie bei Eintritt in die Schule etwas besser dastehen. Eigentlich etwas total tolles wie ich finde. Allerdings ist das verbunden mit einer Frau vom Jugendamt (sehr unsympathisch, grummelig, aus meinem Job heraus beurteilt: was sie inhaltlich macht ist totaler Kokolores), die dann extra Fördergelder bekommt wenn sie eine gewisse Anzahl X Kinder alle paar Tage fördert. Das ist dann absolut verpflichtend daran teilzunehmen, weil erweiterte Schulpflicht. Dh. es wird notiert falls das Kind mal nicht erscheint und dann gibts richtig Ärger mit Jugendamt und Schulbehörde.

Nun hat unsere Tochter diesen Vorabsprachtest mit Bravour bestanden. Man sagte uns, daß sie sogar ganz besonders weit seie sprachlich und sie absolut keine Förderung brauche,

Umso verwunderlicher daß wir andauernd Infopost bekamen ob dieses Sprachkurses. Ich dachte anfangs, das ist einfach nur im falschen Kitafach gelandet und habe mich nicht weiter drum geschert. Dann allerdings wurde das Kind ohne mein Wissen in diesen Sprachkurs gesteckt. Mein Kind ist aus allen Wolken gefallen, war sie doch rotzestolz so toll sprechen zu können obwohl ihre garstige Oma (böser Mensch) immer behauptet sie wäre total grottenschlecht und überhaupt. Total doof fand sie es obendrein da.

Ich also mehrfach bei der Schulbehörde angerufen wie das sein kann. Diese haben nach vielem hin und her die Unterlagen der Sprachprüfung gecheckt und festgestellt daß ich ja recht habe. Sie waren sehr verwundert und wollten den Fehler des Informationsflusses suchen und korrigieren. Natürlich müsse mein Kind nicht in diesen Kurs. Das sagte ich so auch der Tochter.

Tja und heute begrüßte mich wieder ein übelst miesgelauntes Kind was meinte daß die Erzieherin sie wieder in den Sprachkurs gesteckt hat, weil sie ihr nicht glaubt.

Na da bin ich hin zu der hin und habe gesagt, daß das ein Fehler mit dem Kurs seie. Das Tochterkind habe nachweislich keinerlei Sprachstörungen und daß da wohl was schiefgelaufen wäre.

Da behauptet die Kuh doch tatsächlich daß das kein Fehler seie. Sie hätte mein Kind persönlich noch extra auf die Liste geschrieben, weil sie es doch nötig hätte. Das wäre doch was total gutes und schadet doch nicht. Ich solle mich mal nicht so anstellen. Sie könne das schon gut beurteilen. Außerdem spielen die da doch nur und Julia hätte da voll viel Spaß.

Da bin ich, eh schon auf gefährlichem Overloadmodus explodiert. Ein Glück für die Dame daß ich immer in der Lage bin zu gehen bevor ich zu unfreundlich werde oder sie angreifen würde. Was ihr einfiele soetwas über unseren Kopf hinaus zu bestimmen, uns kein Sterbenswörtchen darüber zu sagen und daß ich das als Mutter, als auch aus meiner Fachlichkeit heraus sehr wohl beurteilen könne. Ja, sie nehme sie raus wenn ich ihr das verweigern wolle sagte sie vorwurfsvoll . Fragt nicht nach Geschossen die dabei virtuell aus dieser Frau heraus kamen.

Dann verletzte sich zu meinem Glück ein anderes Kind recht schwer und sie mußte sich um das brüllende Kind kümmern. Länger als gedacht. Ich habe dann wutschnaubend die Szenerie verlassen. Schon etwas doof, so ohne Beendigung der Sache aber das ging jetzt einfach nicht anders.

Die haben zu wenig Kinder in dem Kurs und weil der sonst nicht stattfinden könnte, mußte noch eines dazugeschummelt werden. Muß das ausgerechnet mein Kind sein, das durch das Omatrauma eh schon große Probleme damit hat daß jemand denken könne sie spreche schlecht, das ständig von sich denkt sie wäre nicht gut genug, die große Schwierigkeiten mit geplanten Zwangsveranstaltungen hat?

Boah, ich bin soooooo sauer!

Zum Lohn darf ich das sicher gleich noch mit lustigen Systemabstürzen ausbaden. Aber ich bin stolz auf mich daß ich in dem krassen Lähmungszustand in dem ich vor der Sache war noch wie ein Tier kämpfen konnte.

Todesblicke durch Sympathie oder schaun wir mal…

Immer wieder treffe ich auf Menschen die auf der einen Seite total toll das erfüllen was ich schon immer gesucht habe und auf der anderen Seite selber nach etwas suchen was ich vielleicht nicht geben kann. Ein großes Problem meinerseits ist vor allem die Kommunikation. Es gibt ein Innen und ein Außen bei mir und beide stehen überhaupt nicht gut miteinander im Kontakt. Leider hat nur das Außen irgendwelche halbwegs passablen Kommunikationsfähigkeiten als eine Art Sprachrohr, leider aber keinen Kontakt zum Innen. Tja und das Innen bin eigentlich ich und das hätte ich auch gerne mehr gezeigt.

Wobei, so richtig gut kommunizieren kann das Außending auch nicht. Es hat so halbwegs gelernt Worte zu bilden, ist dabei aber nicht sonderlich zielsicher und vielschichtig und redet nur so platt daher. Aber es reicht um nicht aufzufliegen. Wenn es aber dann Richtung nonverbale Kommunikation geht, wirds dann noch kniffeliger. Ich kann einfach nicht passend „gucken“. Gehts mir so richtig scheiße wird mir ständig gesagt wie gut und erholt ich wohl aussähe. Geht es mir blendend und ich könnte die ganze Welt umarmen fragt man mich was denn bloß passiert seie. Freue ich mich sehr jemanden zu sehen, gucke ich wohl recht abweisend und desinteressiert.  Finde ich jemanden sehr blöd, sehe ich aus als würde ich ihn freundlich anstrahlen und ihn auffordern mir seine Lebensgeschichte und intimsten Geheimnisse anzuvertrauen. Ich habe wirklich keinerlei Einfluß auf den Kram und so langsam wundert mich nichts mehr, warum in meinem Leben immer nur die falschen Menschen auf mich reagieren und die richtigen flüchten. Was hab ich in meinem Leben schon alles getan um gucken zu üben. Jetzt mit 35 Jahren hab ich es aufgegeben, mich damit zu quälen etwas zu schaffen was mir einfach nicht gelingen will. Schließlich renne ich nicht täglich mit nem Spiegel durch die Gegend um zu kontrollieren ob das Gesicht grade paßt. Dann guck ich halt wie ne Grummeltante wenn ich happy bin und gucke fröhlich wenn was nicht stimmt. Mehr als es den engeren Menschen genau so zu erklären kann ich nicht tun.

Aber wenn es um das kennenlernen fremder Menschen geht, ist das echt schon mega hinderlich. Ich kann nämlich so richtig blöd und desinteressiert gucken wenn ich arges Interesse am Gegenüber habe und verscheuche all die wirklich guten Menschen. Wie oft höre ich daß ich wie eine arrogante, kaltschultrige, abweisende, knallharte, böse Doofschnepfenart habe. Die mir sehr sympathischen Menschen flüchten regelrecht vor mir. Das tut mir doch sehr weh und macht mich sehr einsam, denn bin ich eigentlich voll das Gegenteil von alledem was ich ausstrahle und hasse solche Menschen die so sind wie ich wirke.

Also wenn sie mich mal treffen sollten und ich gucke ganz fies, laden sie mich doch einfach mal zu nem Kaffee ein. Ich finde sie garantiert supersympathisch und bin auch ne ganz friedliche Nette. Ich stell das mit dem Todesblick den ich auf sie werfe dann schon klar, wenn mein trampeliges Außenmundwerkzeug die passenden Worte dafür findet.

Ansonsten, einfach kurz mal im Hirn einstöpseln zum schnacken.

Worte hinter den Worten

Heute kam bei Twitter ein Mißverständnis auf daß auch mir ständig in ähnlicher Art andersherum passiert

Ich sagte dort zu jemandem „machen wir irgendwann mal“ und wurde daraufhin von einer anderen Person freundlich darauf hingewiesen daß irgendwann ja eigentlich in der Übersetzung nie heiße.

Seltsam, denn wenn ich irgendwann sage meine ich nie „nie“ sondern halt wirklich irgendwann. Das heißt für mich konkret,  ich kann den Zeitraum noch nicht spezifisch benennen weil einige Umgebungsfaktoren noch nicht klar sind aber es wird geschehen.

Da fiel mir auf, daß auch ich lange Zeit immer Dinge hinter Worten gelesen habe die da nie standen. Ständig vermutete ich daß etwas sicher anders gemeint seie als gesagt. Ich wurde schließlich sozialisiert von Menschen die nie sagten was sie meinten sondern ständig logen oder beschönigten und mich lehrten daß es da immer etwas hinter den Worten gäbe. Ich gehe seither fest davon aus daß es immer so ist. Bei diesen meinen Eltern hätte „irgendwann“ definitiv nie geheißen. Ich kenne also einige Regeln des NT Smalltalks recht gut,ich kann gut das hinter den Worten lesen und erkennen, aber ich selber beherrsche diese Doppeldeutigkeiten in aktiver Ausübung nicht so gut. Ich sage was ich meine oder sage lieber nichts. Grade letzteres kommt häufiger vor, weil ich schon so oft üble Erfahrungen damit gemacht habe.

Nun habe ich aber plötzlich Autisten um mich herum die ganz anders funktionieren und ebenso wie ich einfach nur meinen was sie sagen. Das gabs vorher in meiner Welt nicht und daher mußte es für mich auch immer etwas dahinter geben selbst wenn da rein gar nichts steht. Das hat vor meiner Erkenntnis wie Autisten funktionieren oft zu argen Mißverständnissen mit einigen Menschen geführt und das wahre gewaltige Ausmaß wird mir erst seit einiger Zeit klar. Grade auch in Bezug auf meinen Mann. Der hat so oft wichtige und ehrliche Dinge zu mir gesagt die ich dann einfach frei uminterpretiert und dann bewertet habe. Falsch bewertet habe. Aber ich habs ja schließlich so gelernt, wie es geht. Falsch gelernt!

Ein Beispiel? Ich war oft sehr unzufrieden in unserer voraspergerischen Beziehung. Ich war der festen Überzeugung daß ich meinen Mann irgendwomit tierisch nerve und er auch selber sehr unzufrieden seie. Ich habe versucht zu erkennen was eigentlich doof läuft und wir wollten dann mal die Karten frei auf den Tisch packen was uns am anderen so wirklich stört. Ich hab also meine zig Sachen dargelegt und er sagte daraufhin nur trocken es stört ihn nichts, außer daß ich nicht richtig putze und Ordnung halte. Ich bin explodiert! Ich habe gedacht, er schiebt das nur vor weil er mir die Wahrheit nicht ins Gesicht sagen will, daß ich es ihm wohl nicht wert seie daß er sowas dämliches vorschieben müsse und war superwütend auf ihn. Ich fühlte mich angegriffen und verarscht weil er soetwas banales gemeines zu mir sagt und da sicher noch etwas viel größeres im Hintergrund stünde und ich es wohl nicht wert seie daß man mir das sagt….und, und, und…Voll blöd neurotypisch reingesteigert, anstatt mal das zu nehmen was mir geboten wird und dann drüber nachzudenken.

Er sagt nämlich immer was er denkt. Ich weiß heute, es ist tatsächlich sein größtes Problem mit mir daß ich nicht ordentlich putze. Klingt komisch, ist aber so. Ich bin ein Chaot in Bereichen in denen er dringend Ordnung braucht. Das ist sehr hart für ihn zu ertragen.

Naja, wenns weiter nichts ist ist doch alles in Butter!

Ich übe seither das nichtinterpretieren von Gesagtem, was echt nicht immer so einfach ist. Sobald ich nicht drüber nachdenke hab ich ganz fix wieder die NT Brille auf. Aber es gelingt mir immer besser und gefällt mir super so. Paßt ja auch irgendwie besser zu mir ehrlicher Haut.

Ach ja, unser Beziehungsmotto lautet übrigens seit dem Vorfall „frage nicht, wenn du die Antwort nicht ertragen kannst“