guckguck!

Mal wieder die Bettdecke lupf, Systeme hochfahr und in die Welt hinaus guck.

Hui, das war ja echt ne heftige Zeit die ich grade hinter mir habe, aber irgendwas in mir sagt es geht jetzt wieder bergauf. Ich habe viel zu genau hingesehen in meine eigenen gut verpackten Abgründe und ich habe extrem viel schreckliches gesehen und daher auch viel zum verarbeiten gehabt. Ich habe aber auch wieder enorm viel gelernt und das ist es ja was am Ende zählen sollte. Die Richtung ist wieder da und ich fliege nicht mehr ziellos umher. Ich hab keine Angst mehr und das ist ein großartiges Gefühl. Also bis zum nächsten Mal bestimmt, aber naiv wie ich bin hoffe ich natürlich immer wieder aufs neue daß das diesmal nicht kommen wird.

Es ist viel passiert im Innen wie im Außen, aber all das ist viel zu privat um es hier niederzuschreiben, aber ich kann frei sagen: es geht mir endlich wieder gut!

 

 

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Wie kann ein Mensch das ertragen?

Ich bin seit 6 Tagen am Stück richtig doll krank, anders krank als ich es von mir so kenne und ich vermute daß es eine Art von Overloadreaktion ist. Ich habe seit all diesen Tagen durchgängig schmerzhaften Husten des Todes, mit übler Atemnot, akutem Schlafmangel denn ich schlafe keine Stunde ohne von Hustenanfällen wach zu werden und fast zu kotzen, ich habe am ganzen Körper an jeder Stelle die er so hat sehr starke Schmerzen, Fieber und dazu eine unwahrscheinliche Reizoffenheit. Ich bin sonst immer irgendwie anders krank und nie so lange so doll an so vielen Tagen hintereinander. Diesmal ist anscheinend mein Körper so richtig auf Schmollkurs mit mir, weil ich mir einfach unwahrscheinlich viel zumute seit Tagen. Shutdownfrei, Meltdownfrei und freiwillig wie gesagt.

Seit 11 Tagen mache ich ganz freiwillig jeden einzelnen Tag zu einem potentiellen Overload-Shutdown Tag mit größeren Aktionen. Normalerweise würde mich jeder einzelne Tag schon ins off schießen am Abend. aber ich halte irgendwie durch und manchmal frage ich mich warum und wie.  Ich würde sagen jede einzelne Tag, jede Begegnung war es absolut wert, aber nun kommt halt anscheinend die Endabrechnung. Ich schreib euch mal, was so die Tage passierte:

Tag 1:

Mein für ein paar Tage Twitterbesuch den ich noch nie persönlich traf an vom Flughafen abgeholt, sich gegenseitig beschnuppert, sich für supernett befunden, mit dem Auto ans Meer gefahren, viel gequatscht, viel gesehen, gekocht, gegessen, getrunken

Tag 2:

Sightseeing in Hamburg mit dem Besuch und dem teuersten Fischbrötchen von der Welt (also psychisch gesehen, absolut overloadschreiende Butze in der wir beide lange auf unser Brötchen warten mußten) Vorbereitungen für das morgige Twittertreffen bei uns. Immer noch nicht 1 Sekunde alleine gewesen. Das war supernett, aber für jemanden der ständig mal ne Pause von Menschen braucht echt anstrengend. Danach noch Kraftwerkkonzert obendrauf.

Tag 3:

Sightseeing mit Besuch in Stade und am Elbstrand, diverse Twitterer kamen Abends zu Besuch zum „Tweuer“. Ich habe den ganzen Tag nebenher noch Soljanka mit und ohne vegan gekocht, alles vorbereitet viel geplant und dann kam alles anders als vorgestellt. Wer mich kennt weiß wie sehr mich Planungsvorgänge unter Anwesenheit von Menschen auslaugen. Abends war komische Stimmung, keine Ahnung warum aber mein „Menschenrauschsinn“ hatte viel zu tun und mitzufühlen warum es jedem einzelnen grade nicht gefällt und so. Habe versucht theatralisch alle doofs von allen Seiten aufzufangen und abzumildern und mich glaub ich viel zu sehr verausgabt dabei und zum Kasper gemacht. Hab ich mir natüüüüüüürlich hinterher gleich wieder vorgeworfen.

Tag 4: Kopfwehtag, nochmal gemeinsames Sightseeing in Hamburg mit Hafencity und Speicherstadt, Essen gegangen, Besuch zum Flughafen gebracht, Chaos zu Hause beseitigt, ins Bett gefallen trotzdem vor lauter Krank kaum geschlafen.

Tag 5: durch die vielen geplanten freien Tage habe ich extrem viele Patienten vor- und nacharbeiten müssen. Unausgeschlafen und krank. Das war superanstrengend. Gleichzeitig Planung und Vorbereitung des morgigen Kindergeburtstages auf absolutem Overloadrandstatus (jaaaa, wieder Planungsirrsinn!!!) Kind abgeholt, Entdeckung der gehässig abgeschnittenen Haare der Tochter, krank mit Fieber und Sorgen vor den kommenden Tagen.

Tag 6:

Früh aufgestanden zur Vorbereitung, Kindergeburtstag mit vielen sehr lauten bockigen, streitenden, genervten unerzogenen Kindern, zuvielen Erwachsenen die ebenso belustigt werden wollten, zu allem ihren Senf dazu gaben, einer nur noch robotermäßig funktionierenden Frau Anders und natürlich „meiner Mutter“. Trotz krank hab ich mich wacker geschlagen, war aber Abends total im Arsch. Krank ja wie schon erwähnt sowieso. Quasi so nebenbei.

Tag 7:

Nochmal Kindergeburtstag mit den kleineren Kindern von Nachbarn und Freunden, weil mein Kind gebettelt hat nur mit den großen zu feiern am eigentlichen Geburtstag. Mir geht es richtig arg dreckig, aber okay. Feiern wir halt nochmal mit Kindern und Menschen. Ich mache gute Miene zu bösem Spiel. Dem Kind zuliebe.

Tag 8:

Ich muß noch ganz viele Patienten abarbeiten um morgen am Geburtstag des Gatten frei haben zu können. Ich bin immer noch sehr krank, aber wenn ich heute noch durchhalte hab ich 3 Tage am Stück zur Belohnung frei. Das motiviert mich sehr. Also ordentlich mit Grippemitteln gedopt und durch. Danach Einkaufen, Geburtstagsvorbereitungen für den Gatten und viele Sorgen, weil ich ja so krank bin und alle Planungen für den morgigen Tag dahin sind. (Wir wollten das Kind in die Kita stecken und schön zusammen in die Sauna zum entspannen). Ich möchte meinem Mann soooo gerne einen schönen Tag machen, scheitere aber heute schon am Kuchenbacken so schlecht geht es mir. Mach ich halt morgen sage ich mir. Abends irgendwie bis 12 Uhr wach geblieben um in Ruhe wenigstens kurz anzustoßen.

Tag 9:

Gattengeburtstagstag. Ich könnte nur noch heulen, weil ich einfach nix mehr hinbekomme und doch so gerne möchte. Ich hab den doch so unwahrscheinlich lieb und möchte ihm so gerne einen ebenso wundervollen Geburtstag machen wie der Tochter, aber ich KANN einfach nicht. Der Körper versagt, ist 0 belastbar, fiebert und keucht. Ich versaue den Kuchen, wir machen nichts statt schöner Sachen und ich mache mir unwahrscheinlich arge Vorwürfe daß ich im Bett liege und er an seinem Geburtstag sogar noch einkaufen und den eigenen Geburtstagskuchen fertig machen muß. Abends raffe ich mich mit letzter Kraft auf, mit ihm und seinen Eltern wenigstens essen zu gehen. Zum Glück saßen wir in einer ruhigen Ecke. Trotzdem keimt die Angst vor den kommenden Tagen auf, weil ich weiß was da noch sein wird und der Akku leer ist. Ich will nur noch im Bett liegen und schlafen. Mich verziehen, keine Menschen mehr sehen.

Tag 10:

Unsere lieben Freunde aus Berlin, extrem laut, polterig, absolut überfordertgenervt mit 2 unwahrscheinlich lauten dauerheulenden unerzogenen Kindern fallen ein um sich ein paar Tage bei uns einzuquartieren und die Bude zu zerstören. Super Ding in meinem jetzigen Zustand. Schade wenn man die Freunde nie wieder ohne Kinder zu sehen bekommt. Ich ertrage die wirklich nur noch ohne ihre Kinder. Wir erfahren daß sie nicht morgen wieder fahren, sondern bis Montag hier bleiben wollten. Abends kommen noch diverse Gäste (auch wieder zT. mit Kindern, aaaaaaargh!!!!) dazu um gemeinsam den Gattengeburtstag zu feiern. Während die ruhigen, netten, älteren Kinder irgendwann friedlich ins Bett gingen und auch sonst lieb und unkompliziert waren, wurden die Schreikinder künstlich wach gehalten und nervten die ganze Nacht weiter. Natürlich wurden auch Sachen komplett verschokoladet und vollgekotzt.  Ich weiß nicht wie ich das weiter ertragen soll. Dann noch wuselige überforderte randgenervte Erwachseneneltern die über nichts anderes reden als Kinderthemen wie Kacke und Windeln. Die Kinderlosen haben zum größten Teil leider abgesagt oder sind ohne Absage einfach nicht erschienen 😦  Dazu das „Dauerrauschen“ der einzigen anwesenden ebenso hochsensiblen Kinderhasser über deren Anwesenheit ich mich eigentlich sehr gefreut habe. Die konnten das Wirrwarr und das Dauergekreische wie ich nicht ertragen, dann wurden zugekackte Kinder genau neben ihren übersensiblen Nasen auf dem Sofa gewickelt. Ich will keinen Ton mehr hören, befürchte komplett durchzudrehen und greife zum Alkohol, weil der meine Sinne etwas zu betäuben vermag und will nur noch weg. Herr Wuff schlief leider demonstrativ und ließ sich zu keinem Spaziergang mehr verleiten. Und statt daß ich mal kurz abhauen kann, hauten spontan alle Nichteltern fluchtartig ab und verließen mich quasi. Also weiter mit den Muttis und Vatis. Ätz. Ich versuche nebenher tunnelblickartig zumindest die Stiefel mit Nikolaussachen für morgen zu füllen um ein Minimum der wirklich wichtigen Sachen des Tages noch zu leisten. Alles natürlich immer noch mit quälendem Husten, teilweise Fieber und so. Irgendwann war ich sogar im Bett und alle waren ruhig. Ein Wunder!

Tja, heute ist Tag 11. Ich habe schon einen lauten Vormittag voller lautem polterigen Menschengewusel hinter mir. Den Gatten habe ich grade mit dem Besuch weggeschickt zu einem Ausflug. Morgen…morgen reisen alle ab, ich muß arbeiten und sonst geht alles seinen Gang. Ich freu mich ja schon soooo sehr darauf. Und statt daß ich mich jetzt ins Bett haue zum Genesen (ich muß ja schließlich morgen wieder arbeiten und bei unserer derzeitigen Geldnot wäre das wirklich wichtig) muß ich einfach mal zur Selbstreflexion schreiben was eigentlich alles so war die Tage. Irgendwie ist das glaub ich auch heilsam dieses runterschreiben. Wie ich das so schreibe merke ich erst daß es wirklich so ist daß ich hier grade unmenschliches wuppe für einen arg angeschlagenen Autisten. Ich muß  denken über so Sachen wie warum diesmal der Körper statt des Inneren durchdreht, warum hat der Geist keine Notbremsen vorher gezogen, wie hab ich das abdrehen eigentlich genau abgestellt und aufgeschoben, was mag die kommenden Tage passieren mit mir, wie geht es eigentlich dem Gatten (wobei der deutlich mehr Pausen hatte) usw.

Keine Ahnung warum ich diesmal krank bin. Irgendwas mit selbst schuld scheint es zu sein. Naja, ich werde mich jetzt ganz doll um mich sorgen und dann wird das auch schon wieder.

Schreiberling

Shutdownfrei dank schreiben.

Schreiben ist wirklich ein absolut tolles Wunderding bei mir. Schon immer und seit ich schreiben kann. Als Kind hab ich gemalt. Habe heute vor lauter Plattheit und Starre einfach zig Sachen einfach so für mich weggeschrieben und auf einmal geht es mir wieder viel viel besser. Dabei hatte es nichtmal besonders viel Tiefgang oder mit meinen aktuellen Themen zu tun.

Wie funktioniert das eigentlich genau, warum und was macht es im Hirn wenn ich schreibe?

Kann mir das jemand mal in wilden Theorien erklären?

Tag 4, geplantes Abschalten und Prozeß erfolgreich gestoppt \o/

Ich weiß nicht warum, aber es geht mir grade blendend. Der Auslösetriggerbesuch ist ohne Schwierigkeiten überstanden und meine fast schon gute Laune hält sich beständig. Ich fühle mich sogar richtig tiefenentspannt und glaube nicht, daß da heute noch was größeres kommt, wie ursprünglich vermutet. Naja, eigentlich weiß ich schon warum das so ist, denn ich habe gestern morgen aus schierer Not noch arg an mir gearbeitet. Mir ging es gestern noch richtig doof und aus reiner Not heraus und Angst vor dem was sonst passieren wird mit meinem dämlichen Timing hab ich mit letzer Kraft noch einmal meinen geistigen Notfallkoffer geplündert. Ich bin ja kein Fan von Schleichwerbung, aber wenn etwas so richtig arg toll weil einfach und hoch wirksam ist, muß ich es einfach erwähnen. Also Schleichwerbung an: Danke Emoflex! Danke an Johannes F. W. Drischel daß ich diese geniale Technik von dir erlernen durfte und nun eine top Methode in meinem Notfallkoffer immer dabei haben darf was mir wirklich superschnell, einfach und effektiv hilft, bzw. mir selber zur Selbsthilfe so gut dient. Ich bin schwer begeistert und absolut überzeugt davon und finde daß jeder Mensch genau das auch lernen sollte um es in sein Notfallköfferchen zu packen. Ist fix gelernt, kann glaub ich wirklich jeder selber bei sich anwenden und hilft echt ohne viel Tamtam und Zeitaufwand enorm.

Was habe ich also gemacht um den Prozess aufzuhalten? Ich habe die ganzen Tage schon daran gedacht daß ich ja seit kurzem durch meine Emoxflex Fortbildung ein richtig tolles Werkzeug besitze was mir dabei hilft wieder frei von bedrückenden und belastenden Gefühlen und so Kram zu sein und eigentlich funktioniert es wirklich immer. Schleichwerbung aus. Man muß das was hilft nur tun und daran hapert es bei mir meistens. Dinge „einfach“ zu tun. Ich habe manchmal nicht die Kraft und den Gedanken daran und daher nutze ich all die tollen Dinge in meinem Notfallköfferchen immer noch viel zu selten. Ich habe manche Tage das Gefühl daß ich in das totale Aus irgendwie direkt reinwill weil es mir hinterher so gut tut und dann mag ich diese Prozesse die dazu führen auch nicht immer aufhalten. Ich habe nämlich generell ein eher positives Verhältnis zu all dem Overload/Meltdown/Shutdownkram, solange mir das Außen erlaubt so zu sein und es fließen zu lassen. Es ist nicht immer schön wenn man mitten drin steckt, aber es gehört zu meinem Leben dazu und es ist wohl irgendwie immer mal nötig. Nur leider darf ich mir das als Mensch mit großer Verantwortung über andere Menschen nicht einfach mal so immer erlauben. Ich kann nicht beim Autofahren einfach mal drauflosmachen oder wenn ich grade mein Kind irgendwo abholen muß, bei Patienten bin, lebensnotwendige Dinge erledige etc. Ich bin also immer versucht es zu verdrängen weil es grade mal wieder nicht paßt. Gestern war es wieder mal dringend nötig einen Riegel vorzuschieben weil ich wirklich millimeterweit vom Aus stand, welches ich mir situativ nicht erlauben durfte zu dem Zeitpunkt. Wie es immer so ist hab ich dabei aber zuallererst an andere, also meine Tochter gedacht, die in perfekter Spiegelung meiner Person parallel gleich heftig mit abzudrehen schien. Fürs Sorgen machen und irgendwie schuldig fühlen reichte es dann noch bei mir. Ich hab mir gedacht, ich muß was tun und ich weiß ja wie es geht…probiere es doch mal einfach aus mit ihr. Wenn es hilft, hilft es und wenn nicht hab ichs wenigstens versucht. Das Kind ist erstmal wichtiger als ich. So haben wir losgeflext.  Es hat glaub ich tatsächlich recht gut geholfen, wenngleich sie die Technik auch für sich selber sehr arg abgewandelt hat. Zum Glück ist mein Kind ziemlich schlau und sagte hinterher mit Nachdruck zu mir: jetzt aber du auch Mama. Und da bin ich Doofie überhaupt erst drauf gekommen mal selber mitzumachen. Also haben wir beide zusammen schön emoflexierend an unseren inneren Brocken gearbeitet und was soll ich sagen, alles ist wieder schick und ich heilefroh daß es so gut geklappt hat. Seltsam, ich wundere mich immer daß Dinge funktionieren bei mir von denen ich eigentlich 100% weiß daß es funktionieren wird. Ich lerne es einfach nicht darauf zu vertrauen. Egal, so kann ich mich zumindest immer wieder selber überraschen mit positiven Ergebnissen die ich feiern kann.

Was lernen wir aus dem ganzen Kram liebe Frau Anders? Einen Notfallkoffer sollte man auch mal benutzen anstatt ihn als Deko nett irgendwo hinzustellen und daneben rumzujammern.

Tag 3, Beobachtungen

Ich bin wieder hochgradigst produktiv und funktionierend, besser noch als gestern. Ich war zB. stundenlang einkaufen ohne es schlimm zu finden, selbst ein Vorbeigehen an Douglas hat mich nicht gejuckt, dabei sterbe ich sonst immer. Ich habe heute ohne Pausen ein unmenschliches Pensum an wichtigen Dingen erledigt. Langsam mache ich mir Angst…aber ist schon cool wenn alles auch mal funktioniert was sonst immer in Überlastung endet. Aber ich kenne den Preis dafür und ich habe es mir selber ausgesucht ihn später zu zahlen gegen großen Leihzins der obendrauf kommen wird. Bis es soweit ist, freue ich mich darüber daß auch mal lange liegengebliebenes vom To do Berg verschwindet. Allerdings spüre ich so ganz langsam den leeren Akku der ganz weit weg zu sein scheint und daß das nicht mehr lange gut geht. Denn gesund ist das sicher nicht was ich grade tue. Aber wie gesagt, einmal die Mühle angeworfen ist sie glaub ich nicht aufhaltbar. Ich kann jetzt nichts mehr am Ausgang an sich ändern indem ich mich zB. extremst schone, mich vor Außenreizen schütze, rumheule, denke oder was auch immer. Der Ursprungstrigger ist wie verpufft und damit auch alle doofen Gefühle und irgendwo gut versteckt stapeln sich die Dinge die bald überlaufen werden weil sie sonst nicht anders abfließen können. Mir fehlt jeglicher Zugriff darauf. Selbst wenn ich es logisch verstehen kann daß da nichts weg ist sondern nur verdrängt hab ich keine Handhabe. Wenn ich morgen noch ein kleines bißchen Zeit habe, werd ich aller Gewißheit zum Trotz nochmal etwas in meinem Kopf rumexperimentieren um vielleicht doch noch was zu ändern. Bleiben sie dran, morgen wirds spannend. Denn der „Trigger“ kommt zu Besuch zum übernachten und bringt neben seinem Koffer Hass noch Gefolge mit, mein Mann kann nicht anwesend sein um mich zu schützen weil er arbeiten muß, ich muß mich noch einmal hochgradig zusammenreißen ob meines Kindes willen und ich werde dabei Todesängste und Todesvorwürfe an mich selber erleiden. Eigentlich ein klassischer Tag für Stufe 2, den Andersschen Meltdown vor versammelter Mannschaft. Wobei ich sowas superselten habe, ich hau mich meist immer durch das ewige Zusammenreißen gleich auf Stufe 3 dem Shutdown. Die Systeme werden runtergefahren und im Idealfall irgendwann neu gebootet. Den Shutdown kann man bei mir übrigens wörtlich nehmen. Mein Kopf ist dann weg, abgeschaltet, oft hab ich dann eine lange Zeit einen kompletten Filmriß bei unauffällig funktionierendem Außen. Ich kann reden, gehen, passend antworten und sogar ganz normal wirken. Aber ich bin nicht da. Das dauert gerne dann auch mal etwas länger und bisher hat es noch niemand so wirklich gemerkt. Ich traue mich auch nie hinterher zu fragen und mich quasi damit zu outen. Es gibt nichts beschisseneres als nicht zu wissen was passiert war in den letzten Tagen. Man versucht krampfhaft aus Gesprächen Ideen rauszuziehen was gewesen sein könnte und jede noch so bedeutungslose Andeutung löst eine große Scham in mir aus. Ich komme eigentlich nie drauf, außer daß ich aus all diesen Gesprächen ziehen kann daß ich wohl nicht groß negativ aufgefallen bin. So ein Shutdown dauert unterschiedlich lange. Auf jeden Fall nie unter 12h. Manchmal fahren auch die anderen Systeme runter, die des Außen. Ich bleibe innen quasi wach und mein Außen entfleucht mir. Ich verliere als erstes alles qualitativ hochwertiges an Fähigkeiten. Motorik wie reden, schreiben und so, danach kommen andere ähm Dinge… Dann sacke ich zusammen bei hochgradig wachem Geist und bin nur noch ein einziges Ding das denken kann und das mit denken nichts ändern kann.

So oder so, es fühlt sich immer unwahrscheinlich kacke an. Es kostet Unmengen an Kraft und Energie und es braucht lange bis ich wieder halbwegs betriebsfähig bin. Wobei das nun auch schon schneller geht, seit dem ich etwas besser kapiere was da genau passiert und ich bekomme damit eine Handhabe zumindest die Regeneration positiv zu beeinflussen.

Für mich ist all das nichts wirklich schlimmes und ich entwickle immer mehr Gelassenheit mir dabei zuzuschauen.  Kenne ich es doch mein Leben lang nicht anders und ich weiß daß nach alledem auch etwas total Gutes kommt zur Belohnung. Und je dreckiger es mir geht, desto näher bin ich doch schon an der Kehrtwende. Das Wissen darum und das Vertrauen in diesen Fakt gibt mir eine diese tiefe Gelassenheit. Das Leben ist nunmal ein ewiges Auf und Ab. Trotzdem hab ich jedesmal Angst. Angst vor beschissenem Timing.

Wieder halbwirres Zeug ohne jegliches Korrekturlesen meinerseits-verzeiht, denn das kann ich nicht nochmal lesen. Da müßt ihr jetzt halt durch. See you tomorrow. Wenn ich nix schreibe, wißt ihr Bescheid: Shutdown mit Motorikausfall. Falls der andere Fall eintreten sollte wäre ich selber gespannt was ich so berichten würde. Also falls ich dann überhaupt schreibe. Vielleicht mach ich ja auch ganz andere völlig kuriose Dinge. Wenn ihr mich sehen solltet, berichtet doch mal.

Auf dem Weg ins geistige Aus. Beobachtungen Tag 2

Ich habe gestern obwohl ich es eigentlich nicht wollte noch was getrunken (nicht viel), habe meinem Mann erzählt was ich grade noch so erzählen konnte, hab noch minimal rumgeheult und bin dann ins Bett geplumpst und hab fix geschlafen. Leider nicht lange, weil Herr Hund mich früher als sonst aus dem Bett holte um Gassi zu gehen (kurz nach 3:00 Uhr). Als ich grade wieder halbwegs eingeschlafen bin kam das Kind weil es nicht schlafen konnte (ich kann nie schlafen mit Kind neben mir) und zu allem Glück mußten wir heute auch noch früher als sonst aufstehen. Richtig doof, denn ne gute Portion Schlaf gibt mir immer sehr viel Kraft und wenn selbst das nun noch fehlt…dazu ein Kind im Overload am frühen Morgen als Sahnehäubchen und Arbeit an einem Ort deren Menschen die dort arbeiten mir generell viel Kraft rauben. Also alles perfekt um umzukippen.

Allerdings bin ja ein Mensch der bei Extremen zur Höchstform aufläuft und genauso war es heute auch. Funktionsmodus deluxe, mir geht es gut. Ich habe massig Dinge abgearbeitet und geschafft die ich sonst nie hinbekommen würde inclusive diverser Smalltalkereien. Job, Einkauf, Tanken, Tierarzt, Fotoalben erstellen, Hund, Kindergarten, Arztgespräche, Bestellungen, Rechnungen, Mails und noch viel mehr. Das war wirklich sehr viel im Vergleich zu anderen Tagen. Absolut Overloadfrei. Einzig ein kleines bißchen Gereiztheit jetzt am beginnenden Abend, weil das Kind unaufhörlich rumnörgelt und jammert und der Hund parallel nur Blödsinn macht und ich zu nix komme. Wobei, wozu auch overloaden wenn bald noch was viel größeres auf mich wartet. Sonst bin ich heute sehr auf meine to do Liste fokussiert die einfach stupide abgearbeitet wird. Anstatt mich auszuruhen werd ich gleich noch freiwillig auf ein weiteres soziales Event gehen. Aber da es sich um eine Art Hobby handelt bei dem ich dauerhaft ins Handy starren darf und wenig reden muß wird das sicher schon.

Auf jeden Fall kann ich wieder reden und schreiben, wenn auch noch nicht sonderlich elegant.

Meiner Vermutung nach wird das morgen ähnlich laufen. Mal sehen. Wenn ich kann werde ich berichten.

Auf dem Weg ins geistige Aus und ich nehm euch alle mit

Kann grade ganz doof schreiben, probiere es aber dennoch.

Kennt ihr diesen gefühlten superlangsamen Countdown zum absoluten Shutdown der in ein paar Tagen stattfinden wird? Echt doof wenn man das vorher merkt und nicht weiß wie man diese Mühle stoppen kann.

Ich hatte heute einen Megatriggerreiz der für nicht wegschiebbare heftigste Sorgen und Vorwürfe in den kommenden Tagen und Wochen sorgen wird. Das ganze findet statt auf einem eh schon vorhandenem eher kleinerem Hümpel an zu erledigenden Dingen die mich aktuell belasten. Diese stressen mich generell schon ganz schön, weil ich Angst habe so vieles nicht zu schaffen, aber bisher ist es okay damit zu leben und zu arbeiten und ich war bis vorhin guter Dinge es halbwegs schadlos bewältigt zu bekommen. Aber wie es immer so ist wenn man on the edge lebt: wehe da kommt was obendrauf und das ist es jetzt nunmal gekommen. Ich kann nun quasi der sich langsam drehenden Mühle mit tausenden ineinander greifenden Zahnrädern zusehen die dann irgendwann im absoluten Shutdown enden wird. Meltdowns lasse ich gerne aus, aber ich werd mal gucken was passiert. Ich hab keine Ahnung wie ich das stoppen kann. Ich habe beschlossen zu versuchen es zu beobachten um zu kapieren wie das Ding nun funktioniert mit der Hoffung einen Hebel zu finden und werde soweit möglich mal schreiben was grade vorgeht. Ich nehm euch also ein Stückchen mit, falls ich noch weiter schreiben kann.

Was passiert jetzt grade: ich verfalle in eine Vorstufe der Starre. Meine Gelenke scheinen wie mit festem Gummi eingehüllt zu sein was alle Bewegungen erschwert und ihnen einen Widerstand entgegensetzt. Ich habe eine ganz üble Schwere auf der Brust. Das Denken fällt mir sehr schwer und ich verliere komplett den Fokus bei massivsten Bemühen ihn zu behalten. Alles ist ein großer Denkschwubbelbrei und ich weigere mich noch mich darin zu verlieren, obwohl ich merke daß die Kraft dazu nicht ewig reichen wird. Ich verliere grade meine Ausdrucksfähigkeit, kriegs aber noch halbwegs hin. Jeder Satz den ich hier schreibe kostet mich verdammt viel Kraft, weil ich nicht möchte daß jemand merkt daß da nur Murks steht. Ich habe eigentlich supergroße Angst jemanden zu zeigen was grade vor sich geht. Ich kann es ja auch nicht erklären. Ich kann über die auslösende Sache schwer reden und schon gar nicht schreiben. Sinnloses Geplänkel hingegen funktioniert und ich würde wenn jetzt jemand anwesend sein sollte auf den funktionierenden Plänkelmodus gehen und niemand merkt was los ist. Wenn mein Mann gleich nach Hause kommt werde ich ihm wie ein Reporter locker flockig berichten können was schon wieder doofes passiert ist, ich werde aber nicht zeigen können wie es mir wirklich geht, obwohl ich das so sehr möchte. Ich will es zeigen, kann es aber nicht. Da ist eine Wand zwischen innen und außen und ich kann immer nur auf einer Seite stehen. Ich mache mir massive Sorgen um die kommenden Tage, wohlwissend daß ich den jetzigen Zustand des Funktionierens noch etwas aufrecht erhalten kann. Mir kommen einige kleine Kraftschöpfideen und anfängliche Lösungsansätze, die entschwinden aber sogleich im Schwubbelbrei. Was bleibt ist Leere und das krampfhafte Bemühen wenigstens gleich noch normal zu wirken wenn der Mann kommt, mit dem Hund nochmal rauszugehen, mich soweit aufrecht zu halten um mich ums Kind kümmern zu können, schlafen zu gehen, arbeiten zu gehen und die allerwichtigsten Aufgaben der kommenden Tage zu bewältigen und den krassesten Tag ever, den Freitag (heute ist Dienstag) noch zu wuppen. Zusammenbrechen wäre am Samstag/Sonntag ideal und wie ich mich kenne schaff ich das auch noch mich bis dahin zu ziehen. Das ist verdammt lange und vielleicht schaffe ich es nicht, aber möglich ist es grundsätzlich schon. Abstellbar ist es nicht, aber leider nicht aufschiebbar.

See you in Plänkelmodus