Viel zu tun, ähm denken

Das Hirn ist derzeit so voll, daß kaum Aktivität zum schreiben und reden möglich ist. Es geht mir aber sehr gut dabei. Mir fallen ständig Dinge ein, die ich schreiben will aber dann verwerfe ich sie wieder. Meistens deshalb, weil es einfach viel zu komplex ist.
Dennoch versuche ich mich, in meinem neuen Leben mit meinem neuen Wissen etwas besser einzurichten.
Ich lese viel, wie andere Asperger mit Dingen umgehen und probiere aktiv alternative Lösungsmöglichkeiten aus und ich rede mit anderen darüber.
Auf der anderen Seite erkenne ich erstmalig, was ich eigentlich schon tolles an eigenen Methoden entwickelt habe, daß es mir bei Stress und Überforderung besser geht. Das sind meist Dinge, die mir bis dato nie bewußt waren.
Und ich versuche mehr aktiv auf mich zu achten bevor es mir schlecht geht, statt damit erst anzufangen, wenn alles zu spät ist.
Ich schreibe erstmalig ganz bewußt Emails statt zu telefonieren
Ich perfektioniere meine bereits vorhandenen Listensysteme statt über sie und mich zu lachen
Ich plane mir passende kleine Auszeiten ein
Ich lehne Verabredungen fest ab, von denen ich außer Stress nichts habe
Ich fröhne auch ein bißchen meinen ganz speziellen autistischen Macken (jetzt darf ich ja, irgendwie auch)
Ich dusche bewußt heiß, wenn es mir nicht gut geht
Ich probiere in Bezug auf stimming und Co, all das aus was in mir raus will und was ich mein Leben lang erfolgreich unterdrückt habe und stelle fest wie schnell und effektiv es mir hilft
Ich glaube nicht mehr an die starke Frau, die jeden Schmerz ertragen kann sondern nehme mich als super schmerzüberempfindlichen Jammerlappen liebevoll an (wie konnte ich nur ein Kind gebären)
und, und, und…

Irgendwie ist das toll. Ich entdecke soviele tolle neue Dinge die mir irgendwie in meinem Leben helfen und guttun.

Das einzig krasse in dieser Zeit ist der Satz der immer wieder wie eine blinkende Leuchtreklame in meinem Kopf aufleuchtet:

„Wie konnte ich nur so blind sein und was gibt es eigentlich da draußen was ich auch heute vielleicht noch nicht sehe?“
Ich bin gespannt

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