Viel zu tun, ähm denken

Das Hirn ist derzeit so voll, daß kaum Aktivität zum schreiben und reden möglich ist. Es geht mir aber sehr gut dabei. Mir fallen ständig Dinge ein, die ich schreiben will aber dann verwerfe ich sie wieder. Meistens deshalb, weil es einfach viel zu komplex ist.
Dennoch versuche ich mich, in meinem neuen Leben mit meinem neuen Wissen etwas besser einzurichten.
Ich lese viel, wie andere Asperger mit Dingen umgehen und probiere aktiv alternative Lösungsmöglichkeiten aus und ich rede mit anderen darüber.
Auf der anderen Seite erkenne ich erstmalig, was ich eigentlich schon tolles an eigenen Methoden entwickelt habe, daß es mir bei Stress und Überforderung besser geht. Das sind meist Dinge, die mir bis dato nie bewußt waren.
Und ich versuche mehr aktiv auf mich zu achten bevor es mir schlecht geht, statt damit erst anzufangen, wenn alles zu spät ist.
Ich schreibe erstmalig ganz bewußt Emails statt zu telefonieren
Ich perfektioniere meine bereits vorhandenen Listensysteme statt über sie und mich zu lachen
Ich plane mir passende kleine Auszeiten ein
Ich lehne Verabredungen fest ab, von denen ich außer Stress nichts habe
Ich fröhne auch ein bißchen meinen ganz speziellen autistischen Macken (jetzt darf ich ja, irgendwie auch)
Ich dusche bewußt heiß, wenn es mir nicht gut geht
Ich probiere in Bezug auf stimming und Co, all das aus was in mir raus will und was ich mein Leben lang erfolgreich unterdrückt habe und stelle fest wie schnell und effektiv es mir hilft
Ich glaube nicht mehr an die starke Frau, die jeden Schmerz ertragen kann sondern nehme mich als super schmerzüberempfindlichen Jammerlappen liebevoll an (wie konnte ich nur ein Kind gebären)
und, und, und…

Irgendwie ist das toll. Ich entdecke soviele tolle neue Dinge die mir irgendwie in meinem Leben helfen und guttun.

Das einzig krasse in dieser Zeit ist der Satz der immer wieder wie eine blinkende Leuchtreklame in meinem Kopf aufleuchtet:

„Wie konnte ich nur so blind sein und was gibt es eigentlich da draußen was ich auch heute vielleicht noch nicht sehe?“
Ich bin gespannt

Survivaltips an mich selber

Ich wurde heute gefragt, was ich mir eigentlich nach 34 Jahren des halbwegs passablen Überlebens in dieser Welt so an tollen Hilfestellungen angeeignet habe. Das war eine wirklich gute Frage, denn ich sehe jeden Tag diese kleinen Dinge, die ich „extra“ um zu… tue, vermag es aber nicht sie zu beschreiben. Je länger ich darüber nachdenke, desto schwieriger wird die Antwort. Dabei habe ich viele tolle Dinge schon für mich erarbeitet, und ich finde diese sollten auch einen Platz hier bekommen. Ist ja irgendwie auch etwas, worauf ich stolz sein kann. Das sollte ich mir einfach mal öfter durchlesen, damit ich es nicht vergesse. Daher gibt es dafür einfach noch eine Neue Rubrik namens Survivaltips. Mal gucken, wieviele es mal werden.

Ich habe irgendwann nach vielen bösen Fehlversuchen und Überforderungen in meinem Leben gelernt, Pausen zu machen. Eigentlich besteht mein ganzer Alltag aus Minipausen. Seie es mal kurz zu sämtlichen Gelegenheiten aufs Klo zu entschwinden, ambulant tätig zu sein und nur noch Hausbesuche zu machen um genügend Zeit zwischen den Patienten im Auto zu haben. Selbst das draufschauen auf mein Handy oder in den PC empfinde ich als eine Art Pause. Kurz mal raus aus dem da draußen. Das reicht oft schon. Wenn ich arbeite arbeite ich megaeffektiv und auf 250%, aber ich brauch auch dazwischen mindestens 250% der Pausenzeiten eines normalen Menschens. Ich werfe mir das immer noch zu oft vor, daß ich viel zu oft einfach nichts tue. Aber ich glaube genau das, ist mein Schlüssel zum Erfolg.

Ich bin extrem lichtempfindlich. Mir reicht schon ein weißes Blatt Papier, um geblendet zu sein. Ich habe aufgehört, meine Augen trainieren zu wollen. Außer massig Falten auf der Stirn die langsam nicht mehr gehen wollen hat das rein gar nichts gebracht. Ich habe mich auch oft geschämt, zu unpassenden Wetterlagen oder Situationen Brille zu tragen. Damit habe ich aufgehört. Ich trage jetzt einfach immer und überall eine Sonnenbrille, fasel was von lichtempfindlich und gut ist. Ich achte vermehrt darauf wo ich zB. am Tisch sitze. Da gibts oft Plätze mit und ohne Blendfaktor und manchmal brauche ich es einfach nur mal ne zeitlang dunkel um mich herum.

Das wären schon mal 2 von 1000den Sachen die ich so mache. Sachen die alle irgendwie etwas mit mehr annehmen wie ich wirklich bin und mir geben was ich brauche zu tun haben. Mal gucken, wieviele mir noch so einfallen im Laufe der Zeit.