Frau Anders kann auch mal was entscheiden

Jawollja, und ich habe es getan. Ich hab es nun richtig klar für mich und es fühlt sich richtig rundherum toll an. Ich tue mich ja immer sehr schwer damit, Dinge zu entscheiden wenn beide Optionen irgendwie attraktiv oder gleich doof sind. Das hat jetzt sehr sehr viel Denkzeit und eine Riesenportion Kraft gekostet. Ich habe mich lange Zeit sehr schwer damit getan, mich richtig zu entscheiden, aber ich freue mich über eine Entscheidung die nun klar und fest steht:

Ich werde mein Kind nicht nach Außen hin outen und mich selber auch nicht mehr, solange es nicht irgendwie relevant wäre oder jemand fragt.

Wir gehen lieber weiter als seltsame Freaks durchs Leben ohne Label um den Hals. Das ist nämlich gar nicht so doof wie immer alle sagen und wir praktizieren das schon viele, viele Jahre sehr erfolgreich. Es reicht ja, selber zu wissen wie man innen so tickt und worauf man besonders acht geben sollte. Man muß es nicht in die Welt hinaus brüllen wo jeder eine andere Idee zu dem Wort X ähm Autismus hat und mir dann vielleicht gar nicht mehr gerecht wird. Das geht auch ehrlich gesagt niemanden was an. Da erzähl ich bei Bedarf lieber von meinen Spezialmacken und lehre mein Kind die Welt da draußen trotz aller Hindernisse zu bewältigen. Ich traue zudem meinem Kind sehrwohl zu, daß es sein Leben auch ohne das große A auf der Stirn packen wird.

Ich sehe schon, wie einige nun aufspringen wie die Rumpelstilzchen und mit ja abers kommen, mit Anprangerungen, schlechten Müttern, fehlenden Hilfen, Chanvenverbauern, schlechten eigenen Erfahrungen, mit Inklusionshemmerthemen und was weiß ich nicht allem. Mir egal. Geht mir alle weg damit! Niemand kennt uns und unsere Familie, niemand weiß was wir zu leisten in der Lage sind. Das ist nämlich so unendlich viel mehr als jeder es auch nur aus meinen Zeilen ahnen kann.

Nehmt es einfach hin daß es uns allen mit dieser Entscheidung verdammt gut geht. Und das ist doch eigentlich das Wichtigste im Leben, oder?

Sie hat es schon wieder getan- übergriffige Mutter

Ich dachte, ich hätte darüber schon mal geschrieben, aber ich finde gar nichts zum verlinken. Wahrscheinlich alles privat.

Meine Mutter…mir fehlen die Worte um sie zu beschreiben. Sie ist einfach krank und böse. Alles was sie wirklich gut beschreibt, alles böse was sie mir tagein tagaus bewußt antut hab ich hier noch gar nicht öffentlich niedergeschrieben. Einzig diese beiden eher seichten Beiträge schrieb ich hier mal über sie. Viel zu viel Luschikram um sie wirklich gut zu beschreiben, aber lest selber.

https://andersfamilie.wordpress.com/2015/01/27/ubergriffige-mutter/

https://andersfamilie.wordpress.com/2014/10/09/50/

Diese meine Mutter hat vor ca. nem Jahr meinem Kind ohne mich zu fragen die Haare abgeschnitten. Sie ist schließlich der Frisör und hat ja voll Ahnung usw. Sowas hat sie solange ich denken kann schon mit allen Kindern veranstaltet die bei uns ein oder ausgingen. Wenn die Eltern gesagt haben nur Spitzen schneiden und nicht dabei waren, hat sie immer Heimlichkeiten mit dem Kind gemacht und ihm ne neue Frisur verpaßt die sie ihm vorher fleißig eingeredet hat. Die wurde dann hinterher mit Spangen vertuscht. Hinterher war sie es dann nie gewesen, alle irrten immer nur wenn sie dachten da wäre zuviel ab. Das wäre sicher nur der Wirbel der jetzt anders fällt und was sie da immer alles noch rumgelogen hat. Damals vor 1 Jahr war mein Kind dran als es mal bei OmaOpa schlief. Das gab ein riesen Drama. Einerseits mein heulendes Kind aufzufangen, daß sich selber massivst vorwarf vor lauter Hilflosigkeit ja gesagt zu haben zu etwas das sie gar nicht wollte und andererseits meine unbändige Wut auf diese Frau, die Stein und Bein hinterher behauptete sie hätte nichts abgeschnitten und mir dann sogar noch die Worte im Mund umdrehte. Hinterher stand ich als die Böse da. Haare einfach so abschneiden wäre ja Körperverletzung und wie könne ich ihr sowas bloß vorwerfen. Das eigene Kind wirft ihr sowas vor. Das war so schlimm daß der Gatte und ich nach langem Gegrübel über Kontaktabbruch beschlossen daß unser nie wieder alleine dort hinfahren wird. Denn das ist für mich Körperverletzung. Tja, hätten wir uns mal dran gehalten mit dem nie alleine dahin. Irgendwie schaffen sie es immer wieder dann doch alleine an das Kind zu kommen und unsere internen Absprachen auszuhebeln. Wir haben nämlich keinerlei Babysitter und brauchen diese Pausen so dringend, wir hassen es dort zu sein und andererseits hat unser Kind oft große Sehnsucht nach den Großeltern und wünscht sich sehr, mal dort zu übernachten.

So auch diesmal. Da war sie wieder diese Situation. Das Tochterkind wollte uuuuuunbedingt mit den Großeltern auf den Weihnachtsmarkt, nachdem es von Oma mit unzähligen Weihnachtsmarktfotos richtiggehend gelockt wurde. Wir hatten am Wochenende Besuch, erwarteten viele kinderlose Gäste und es war eigentlich total praktisch wenn sie nicht doof danebensteht. Außerdem hat sie direkt danach Geburtstag und das wäre wirklich toll zum vorbereiten. Außerdem lief es doch in letzter Zeit immer so gut und friedlich…Tja, wieder in die Falle getappt. Kind zu OmaOpa gebracht. Ein schönes Wochenende gehabt.

Kind mit „abbe Haare“ wieder abgeholt. SCHOCK!!!

Die tollen langen Haare die nach der Aktion vor einem Jahr nun endlich wieder lang waren und halbwegs passten. Die Haare mit denen wir eine tolle Eisköniginfrisur zum Kindergeburtstag vorhatten. Haare die endlich wieder so lang waren daß der vom Kind verhaßte superdünne Flechtzopf endlich wieder dicker wurde, Haare die endlich nicht mehr im Gesicht hingen und mit 1000 gehaßten Spangen gehalten werden müssen. Diese Haare sind nun massiv kürzer und mit fetten Stufen und Pony drin. Das hab ich leider erst später gemerkt, weil der Vater sie abholte und natürlich wieder alles schön mit Spangen kaschiert wurde. Sonst hätt ich vor Ort direkt was gesagt. Das Kind sagt, Oma hätte gesagt die Haare wären ganz doll kaputt und die würden alle anderen Haare anstecken wenn sie die nicht sofort abschneidet. Schließlich kenne sie sich ja aus als Frisör und was weiß ich nicht mit welchen Horrorszenarien sie noch gedroht haben mag. Kind behauptet es hätte gesagt, Oma solle erst die Mama fragen aber irgendwie hat sie sich dann breitschlagen lassen. Hier zu Hause heult sie nun die ganze Zeit und ich weiß ganz genau warum sie heult. Es sind nicht nur die Haare. Das war wie eine Vergewaltigung bei der das Opfer nicht weiß daß es eines ist und hinterher selber schuld ist, weil es schließlich ja gesagt hat. Ich kenne das Gefühl als Tochter dieser Person zu gut. Ich habe täglich solche Dinge über mich ergehen lassen müssen. Ich bin nun wo es mein Kind betrifft schwerst getriggert und so wütend daß ich im gegensatz zum Gatten bei dem Thema komplett durchdrehe und nun total ausgelaugt und hilflos bin. Selbst mein Körper streikt seit dem auf einmal und hat beschlossen krank zu werden.

Gestern habe ich es gesehen, heute hat meine Tochter Geburtstag, den schönsten Tag ihres Lebens  und gleich kommt meine Mutter als Gast. Sie wird das Kind vor allen anderen theatralisch mit Geschenken überhäufen die natürlich mehr sein werden als von allen anderen Familienmitgliedern und ich habe das Gefühl nur noch zusehen zu können und nur noch schwarz oder weiß reagieren zu können. Wie gespiegelt, denn eigentlich ist es meine Mutter die nur die beiden Variianten kann, nicht ich.  Mittelwege kann ich aber in ihrer Anwesenheit nicht, obwohl ich sonst ein Profi der Reaktionsvariationen bin. Ich kann es schon gar nicht heute, wo ich eh vom Socialisingwochenende ohne Ruhe danach, Vorbereitungsstreß und beginnendem Kranksein sehr angeschlagen bin. Ich kann heute nun alles herunterschlucken, mir schaden und so tun als wäre nichts um nen Tag später ein Faß aufzumachen was dann ja viel zu spät ist und nicht zieht oder ich kann total durchdrehen und meinem Kind schaden und ihm den Tag versauen und doch nichts damit erreichen außer dem schwarzen Peter vor versammelter Mannschaft. Halb durchdrehen, oder ernsthafte Gespräche kann ich nicht. Nicht mit DER! Nicht heute!

Es gibt heute einfach kein richtig und kein falsch und ich tendiere zum Klappe halten, Konsequenzen ziehen, sich endlich mal dran halten.

Wahrscheinlich werde ich mir genau das dann vorwerfen. Ich wäre gerne die Mutter die wie ein Tier kämpft für Recht und Gerechtigkeit. Das mache ich auch ganz oft, aber dieser eine Mensch der mich geboren hat, bei dem geht das nicht. Da bin ich durch pure Gegenwart Kleinkind und wehrlos und auch wenn ich es klar sehen kann was da passiert, bin ich doch hilflos. Mach doch einfach mal geht da halt nicht und Kontaktabbruch kann ich (noch) nicht.

Es ist in meinen Augen definitiv falsch auf ihren Kriegsschauplatz zu ziehen, denn genau das will sie ja. Da ist sie der Held der alles niedermetzelt und ich habe nie gegen sie kämpfen gelernt. Duckmäuser spielen ist aber genauso falsch. Neutral, ruhig, abgeklärt wäre wahrscheinlich toll aber das kann ich nicht. Nicht bei meinen kleinen privaten Triggerthemen.

Ich hasse mich dafür! Ich habe schon soooo viel geschafft und ich will endlich dieses letzte kleine Stückchen Ablösung vom Elternhaus bewältigen können.

Helft mir mal… (Schule)

Es ist soweit, die Schule steht bald an und viele gute Schulen gibt es hier in der Gegend nicht, dazu gesellt sich ein rechtliches Schulnichtwählenkönnen beim Wohnort auf der Grenze nach der entschieden wird welche Dorfschule denn unsere werden soll. Im Rennen ist auch noch eine Waldorfschule 20km entfernt, allerdings hat die wenig Kapazitäten und ich will erstmal nicht damit rechnen dort einen Platz zu bekommen. Ich grübele schon lange hin und her. Ich kann einfach nicht sagen was mir wichtiger ist oder was wichtiger sein sollte um mich für eine Schule im Sinne der Tochter zu entscheiden. Kennen tue ich beide Schulen ein bißchen, aber es hilft mir wenig weiter. Daher mal in die Runde gefragt, was würdet ihr denn wählen für ein fröhliches, vielinteressiertes, sozial recht kompetentes, menschenfreundliches und offenes hochsensibles Autistenmädchen?

Zum Kampf gegeneinander treten an:

Schule „E“:

Eigentlich mein Favorit. Sehr modern ausgestattet, moderne und zeitgemäße Ansichten der Lehrer, relativ klein, kleine Klassen, gleich neben dem Kindergarten in den sie seit sie 2 ist besucht, der Hort gleich nebenan ist an diesen Kindergarten angeschlossen, sie kennt den Weg dorthin auch mit dem Fahrrad, weitab vom Ortskern und somit auch von Dönerläden, Naschläden etc. sie liegt gleich neben den diversen Sportplätzen und Turnhallen im Ort, Einfamilienhaus/Bauernhausbesitzerklientel, recht nette Eltern (kenne ja schon alle, selbst die Mobbereltern sind nett und man kann gut mit ihnen reden), wenig Multikulti, viel Heilewelt, sie liegt auf unserem Arbeitsweg, alle Kinder die dort hingehen sind aus dem Kindergarten bekannt. Es gibt also keine Kinder die wir nicht kennen dorthin.

Dafür gehen dort irgendwie alle Arschlochkinder und Supermobber der Tochter des Kindergartens hin und das sind nicht wenige. Es bereitet mir große Bauchschmerzen sie dort ohne ihre Supporterfreunde dort zu wissen und sie versteht sich auch mit den Nichtmobberkindern nicht besonders gut.

Nicht ein einziger „Freund“ der Tochter ist in dieser Kita und wir müßten sehr kämpfen dort zu Schule gehen zu dürfen denn offiziell gehört das Kind nach dem Wohnort auf der Schulgrenzlinie zur

Schule „J“

Eine uralte riesengroße Schule im Dorfkern, recht düster und wenig anheimelnd in der Optik, sehr große Klassen, recht altbackene Ansichten (umgedrehtes einheften der Körperbezeichnungskopien damit keiner die Bilder der nackten Figuren sehen kann etc.), viel Multikulti, Reihenhaussiedlungsklientel, ich fand schon alle Eltern recht unsympathisch und oberflächlich auf den Elternabenden, das Kind kennt weder den Dorfkern noch den Weg dahin, die ersten Klassen sind gesondert untergebracht in 2km Entfernung von der Hauptschule, der Hort ist allerdings ein Raum in der Hauptschule und daher 2-3km entfernt, die Schule ist von uns weiter entfernt als die andere, die hat keine Turnhalle, zum Sport muß man einmal durch den ganzen Ort laufen um in einem Festsaal zu turnen, wenig Hortkapazitäten, die Hortmitarbeiter sind stets grummelig und mißgelaunt, die Schule liegt nicht auf dem Arbeitsweg, aber es gehen die Kinder dorthin mit denen sie sich richtig gut versteht und die sie auch sehr mögen, ihre heiß geliebte 2 Jahre ältere Seelenfeundin und Cousine die sie mega vermißt geht dort zur Schule und könnte sie als „Große“ supporten wenn sie jemand ärgert. Ebenso gibt es dort viele „neue“ Kinder die wir nicht kennen und somit dann auch die Chance auf neue und passende Freunde im Ort, aber es könnten auch neue Mobberkinder sein die das Kind nicht durch das gemeinsame aufwachsen zu nehmen und zu schätzen  wissen.  Wir müßten überhaupt nicht kämpfen und massenweise Behördenkram erledigen, damit sie dort zur Schule gehen darf

In welche Richtung ich auch denke bekomme ich Bauchschmerzen und ich kann nicht sagen welche Schule ich schlimmer/besser fände. Was wiegt denn mehr? soziales oder inhaltliches?

Ich würde mich sehr über Feedback freuen was euch denn so wichtiger wäre. Vielleicht hilft mir das auch irgendwie bei meiner Entscheidung.