Frau Anders übt das Leben leben

Das echte Leben fordert mich zur Zeit sehr und irgendwie ist das auch gut so. Ich versuche mich derzeit in einem etwas autistischerem und somit artgerechterem Lebensstil und ich bin seit dem schon erstaunlich lange frei von größeren Vorfällen und Shutdowns. Klar ist es nicht immer möglich autistisch gerecht zu leben. Vor allem nicht wenn man eine Firma, eine Familie, ein Haus, Tiere und einen Ehemann hat die einen alle auf ihre Art und Weise fordern. Ich will nicht auf den Luxus meines jetzigen Lebens verzichten und so ist ein gewisser Grad an Normalitätsschauspiel wohl weiter nötig. Da ich aber nie etwas anderes als das erzwungene Normalsein kannte, ist das schon okay für mich ein kleines bißchen im Außen normal zu spielen, wenn es mir irgendwie nutzt. Zu irgendwas muß das ja gut sein 35 Jahre lang mit Gewalt auf normal gedrillt worden zu sein. Ich weiß was von mir erwartet wird, ich weiß wie das geht dieses NT Ding, ich kann Dinge tun die ich eigentlich gar nicht kann, smalltalken, sozial passend sein, ich weiß wie ich ohne größere Probleme durchkomme…so what. Wenn ich dadurch einen Gewinn habe und meine Familie ernähren kann, mir mein autistisch angepaßtes Privatleben im kleinen Kreise leisten kann, warum denn nicht? Wäre ja schön blöd wenn ich dieses Potential nicht nutzen würde. Aber es gibt einen ganz wichtigen Unterschied zu früher:
Heute weiß ich ziemlich genau was es mich kostet!
Normalität und seie sie auch nur geschauspielert kostet mich unwahrscheinlich viel. Also total unbedeutsame Dinge die jeder einfach mal so macht wie zB. ein Gang über den Flur im Job, auf dem ich 3 Kollegen guten Morgen sagen muß, ein Telefonat um einen Termin auszumachen etc. kosten mich schon so extrem viel Energie und viel Lebenskraft daß man es kaum glauben mag. Sehr oft fehlt sie dann an anderer Stelle, an der ich dann kläglich versage und zusammenbreche. Früher hab ich das einfach unwissend in der Gegend verpulvert und habe mich gewundert warum ich im Alltag nicht klarkomme und warum es mir so verdammt schlecht geht. Heute überlege ich wirklich viel gewissenhafter ob ich es mir jetzt grade überhaupt leisten möchte oder nicht. Ich wäge sehr genau ab, wo ich normal sein muß und wo nicht. Wo Spleens und Seltsamkeiten durchaus okay sind und wo ich lieber normal wirken sollte um nicht anzuecken oder den Verlust mir wichtiger Dinge zu riskieren. Ich haushalte heute deutlich besser mit meinen Energien. Ich achte mehr darauf, wo ich meine Energien reinstecke, ich dosiere und plane Energiefresser sorgsamer. Ich halte gezielt Abstand von unnötigen sozialen Situationen in denen ich normal spielen müßte, von energieräubernden Menschen, ich mache nur eine größere Aktion am Tag und all so Kram. Ebenso verstärke ich alles was mir auch nur ein Fitzelchen mehr an Energie schenkt. Ich baue mir mehr Pausen ein, ich erlaube mir mehr im Internet zu surfen, öfter mal an Wände zu starren, mich Spezialinteressen hinzugeben, komisch zu sein, ich kommuniziere mehr schriftlich wo es nur geht, socialise wenn dann bevorzugt mit energiespendenen Menschen sorge ganz gezielt für ein mehr an Licht, Luft, Nahrung und Bewegung. Ich gestatte mir mit noch mehr Listen als bisher zu leben und Dinge wie essen/trinken/Licht/Luft/Bewegung durchaus mit Abhaklisten stupide über den Tag abzuarbeiten. Das wirkt erstmal etwas seltsam, aber winzige Energiefitzelchen sammeln macht Spaß. Es geht mir ganz gut damit. Ich schaffe es derzeit sogar eine kleinere Haushaltsliste zu erfüllen. Sowas hab ich noch nie vorher geschafft und ich bin ein kleines bißchen stolz darauf.
So schaffe ich es, immer soviel Energie parat zu habe in Overloads umdrehen zu können oder besser um mich sorgen zu können bevor es dramatisch schlimmer wird.
Tja und all diese Gratwanderungen erlauben es mir nun auch das erste Mal in meinem Leben ohne Reue und Angst vor Verlust von Job und Familie auch einfach mal autistisch zu sein. Nicht den ganzen Tag, aber für jemanden der es nie sein durfte sind schon ein paar Stunden ganz wundervoll und es gefällt mir sehr es endlich rauslassen zu können, zu dürfen!

Ich will nicht allzu dick auftragen. Es ist jetzt nicht einfach alles gut. All das reicht noch nicht, daß es mir wirklich rundum toll geht. Ich bin immer noch oft sehr verzweifelt, überfordert, ausgebrannt und tief traurig. Ich hasse meinen Körper, meine Einsamkeit, meine fehlenden Worte, ich fühle mich häßlich, doof und allseits störend und ungeliebt.
Baustellen gäbe es da sicher noch genügend. Aber ich komm wenigstens wieder mit mir und dem Leben klar und das ist schon sehr viel mehr als vorher. Ich glaube fest daran daß sich auch da noch was machen läßt, wenn ich nur geschickter und besser werde in dem was ich jetzt ja grade erst angefangen habe zu ändern.

Wir werden sehen…

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:-(

Ich mußte tatsächlich erst 35 Jahre alt werden um das allererste Mal zu erfahren daß ich doch auch durchaus manchmal mimisch sehr freundlich fröhlich gucken kann. Tja und nun mag ich es kaum glauben. 35 Jahre lang dachte ich der geborene mimische Trauerklops zu sein mit Mundwinkeln die immer runter hängen und neutral bis traurigem Gesichtsausdruck. Auf jeden Fall immer ernst und unnahbar wirkend. Mir haben das immer wieder und wieder Menschen gesagt und das gespiegelt, ich habe im Spiegel und auf Fotos nie etwas anderes gesehen, ich habe es immer vergeblich geübt anders zu gucken und mich anderweitig angucken als im Spiegel kann ich nun mal nicht. Woher zum Teufel soll ich denn wissen daß das ja gar nicht stimmt wenn mir das keiner sagt???

Und nun?

Nun dürft ihr mir bitte alle mal sagen daß ich grade voll  fröhlich gucke wenn ihr mich persönlich kennt und das bemerkt. Ich will mal wissen wie sich das anfühlt. Ich hab schließlich 35 Jahre gut zu machen.

Schreiberling

Shutdownfrei dank schreiben.

Schreiben ist wirklich ein absolut tolles Wunderding bei mir. Schon immer und seit ich schreiben kann. Als Kind hab ich gemalt. Habe heute vor lauter Plattheit und Starre einfach zig Sachen einfach so für mich weggeschrieben und auf einmal geht es mir wieder viel viel besser. Dabei hatte es nichtmal besonders viel Tiefgang oder mit meinen aktuellen Themen zu tun.

Wie funktioniert das eigentlich genau, warum und was macht es im Hirn wenn ich schreibe?

Kann mir das jemand mal in wilden Theorien erklären?

Vom Baum der Erkenntnüsse

Ich beobachte mich ja nun schon länger mit anderen Augen und ich sehe von Tag zu Tag klarer wer ich bin und wie ich eigentlich so wirklich bin. Viel zuviele Jahre war ich jemand Falsches und ich habe es nichtmal selber gemerkt, weil man sich einfach irgendwann dran gewöhnt und nichts hinterfragt. Ich habe meine Stärken und Schwächen ganz anders eingeschätzt als ich es jetzt tue. Ich war ja auch wirklich jemand komplett anderes. Ich mochte andere Sachen, konnte andere Sachen, redete anders, handelte anders. Nun sehe ich plötzlich ganz viel neues und muß das erstmal neu einordnen. Das ist hochgradig spannend, aber auch nicht wirklich immer angenehm. Vor allem wenn man selber und alle um einen herum einen ganz anderen Funktionsstatus gewohnt sind.

Erkenntnis des Tages:

Ich schaffe wirklich nicht mehr als 4h klassische Arbeit am Tag, ohne meine letzten Energiereserven anzapfen zu müssen die mich in ein krasses Energieminus katapultieren. Mit 4h Arbeit meine ich Arbeit in der ich funktionieren muß, Menschenkontakt habe, Termine einhalten muß, professionell wirken muß, socialising, smalltalken, reden etc. Also alles was irgendwie Menschenkontakt dabei hat. In meinem Job als Therapeut ist das leider fast alles an Arbeitszeit, was diese Bedingungen erfüllt.

Natürlich arbeite ich als Selbständige deutlich mehr als 4h, aber die Arbeit ohne Menschen wird mir fast nie zuviel und saugt irgendwie keine Akkuleistung. Früher dachte ich immer daß ich Bürokram scheiße finde und die Arbeit mit menschen eher meines wären. Dabei ist es glaub ich irgendwie andersherum. Ich genieße den Papierkram und hasse oft die Arbeit mit Menschen drumrum. Patienten in 1:1 Situation gehen irgendwie ganz gut, aber Angehörige, Ärzte, Einrichtungspersonal etc. drumrum kann ich nicht gut. und ich freue mich über jeden meiner Patienten der alleine lebt oder kommt.

Ich hasse das sehr, daß ich so bin! Ich möchte nicht, daß ich nur so wenig schaffe. Ich will mehr können! Ich bin doch gut in meinem Job! Ich liebe meinen Job! Ich habe doch früher mehr geschafft…

Aber halt…STOP Frau Anders! Du warst früher auch deutlich kaputter, stockdepressiv, zum Teil suizidal…willst du das wiederhaben? Nö!

Es bleibt mir wohl nichts übrig das so anzunehmen, zu erkennen um dann damit zu arbeiten und mich irgendwie durchs Leben zu wurschteln. Also mirzuliebe den größtmöglichen Ideallevel am Tag zu fahren und die Ausflüge in ein „mehr als 4h“ möglichst einzudämmen oder gut zu planen.

Hmm…

Tag 4, geplantes Abschalten und Prozeß erfolgreich gestoppt \o/

Ich weiß nicht warum, aber es geht mir grade blendend. Der Auslösetriggerbesuch ist ohne Schwierigkeiten überstanden und meine fast schon gute Laune hält sich beständig. Ich fühle mich sogar richtig tiefenentspannt und glaube nicht, daß da heute noch was größeres kommt, wie ursprünglich vermutet. Naja, eigentlich weiß ich schon warum das so ist, denn ich habe gestern morgen aus schierer Not noch arg an mir gearbeitet. Mir ging es gestern noch richtig doof und aus reiner Not heraus und Angst vor dem was sonst passieren wird mit meinem dämlichen Timing hab ich mit letzer Kraft noch einmal meinen geistigen Notfallkoffer geplündert. Ich bin ja kein Fan von Schleichwerbung, aber wenn etwas so richtig arg toll weil einfach und hoch wirksam ist, muß ich es einfach erwähnen. Also Schleichwerbung an: Danke Emoflex! Danke an Johannes F. W. Drischel daß ich diese geniale Technik von dir erlernen durfte und nun eine top Methode in meinem Notfallkoffer immer dabei haben darf was mir wirklich superschnell, einfach und effektiv hilft, bzw. mir selber zur Selbsthilfe so gut dient. Ich bin schwer begeistert und absolut überzeugt davon und finde daß jeder Mensch genau das auch lernen sollte um es in sein Notfallköfferchen zu packen. Ist fix gelernt, kann glaub ich wirklich jeder selber bei sich anwenden und hilft echt ohne viel Tamtam und Zeitaufwand enorm.

Was habe ich also gemacht um den Prozess aufzuhalten? Ich habe die ganzen Tage schon daran gedacht daß ich ja seit kurzem durch meine Emoxflex Fortbildung ein richtig tolles Werkzeug besitze was mir dabei hilft wieder frei von bedrückenden und belastenden Gefühlen und so Kram zu sein und eigentlich funktioniert es wirklich immer. Schleichwerbung aus. Man muß das was hilft nur tun und daran hapert es bei mir meistens. Dinge „einfach“ zu tun. Ich habe manchmal nicht die Kraft und den Gedanken daran und daher nutze ich all die tollen Dinge in meinem Notfallköfferchen immer noch viel zu selten. Ich habe manche Tage das Gefühl daß ich in das totale Aus irgendwie direkt reinwill weil es mir hinterher so gut tut und dann mag ich diese Prozesse die dazu führen auch nicht immer aufhalten. Ich habe nämlich generell ein eher positives Verhältnis zu all dem Overload/Meltdown/Shutdownkram, solange mir das Außen erlaubt so zu sein und es fließen zu lassen. Es ist nicht immer schön wenn man mitten drin steckt, aber es gehört zu meinem Leben dazu und es ist wohl irgendwie immer mal nötig. Nur leider darf ich mir das als Mensch mit großer Verantwortung über andere Menschen nicht einfach mal so immer erlauben. Ich kann nicht beim Autofahren einfach mal drauflosmachen oder wenn ich grade mein Kind irgendwo abholen muß, bei Patienten bin, lebensnotwendige Dinge erledige etc. Ich bin also immer versucht es zu verdrängen weil es grade mal wieder nicht paßt. Gestern war es wieder mal dringend nötig einen Riegel vorzuschieben weil ich wirklich millimeterweit vom Aus stand, welches ich mir situativ nicht erlauben durfte zu dem Zeitpunkt. Wie es immer so ist hab ich dabei aber zuallererst an andere, also meine Tochter gedacht, die in perfekter Spiegelung meiner Person parallel gleich heftig mit abzudrehen schien. Fürs Sorgen machen und irgendwie schuldig fühlen reichte es dann noch bei mir. Ich hab mir gedacht, ich muß was tun und ich weiß ja wie es geht…probiere es doch mal einfach aus mit ihr. Wenn es hilft, hilft es und wenn nicht hab ichs wenigstens versucht. Das Kind ist erstmal wichtiger als ich. So haben wir losgeflext.  Es hat glaub ich tatsächlich recht gut geholfen, wenngleich sie die Technik auch für sich selber sehr arg abgewandelt hat. Zum Glück ist mein Kind ziemlich schlau und sagte hinterher mit Nachdruck zu mir: jetzt aber du auch Mama. Und da bin ich Doofie überhaupt erst drauf gekommen mal selber mitzumachen. Also haben wir beide zusammen schön emoflexierend an unseren inneren Brocken gearbeitet und was soll ich sagen, alles ist wieder schick und ich heilefroh daß es so gut geklappt hat. Seltsam, ich wundere mich immer daß Dinge funktionieren bei mir von denen ich eigentlich 100% weiß daß es funktionieren wird. Ich lerne es einfach nicht darauf zu vertrauen. Egal, so kann ich mich zumindest immer wieder selber überraschen mit positiven Ergebnissen die ich feiern kann.

Was lernen wir aus dem ganzen Kram liebe Frau Anders? Einen Notfallkoffer sollte man auch mal benutzen anstatt ihn als Deko nett irgendwo hinzustellen und daneben rumzujammern.

Prokratinationspost

Im Hause Anders ist es derzeit ganz still, aber nur virtuell. Im echten Leben da draußen wirbelt und tobt es vor sich hin, daß es eine wahre Pracht ist und ein Ereignis jagt das Nächste in unerbittlichem Tempo. Und da ich eine riesige Menge an wirklich lebensnotwendig dringendsten Dingen zu prokrastinieren habe, schreib ich natürlich ausgerechnet jetzt mal wieder was statt wichtigeres zu tun.

Aber das ist eine Sache die ich in letzter Zeit bei mir geändert habe. Ich arbeite einfach nicht mehr, wenn der Flow fehlt und mache das was irgendwie flowiger erscheint und mir in den Situationen quasi zufällt. Ganz oft ist das aufräumen (ja, ich, als alte Chaosqueen!!!) oder eben schreiben, Internet surfen, lesen… Ich quäle mich jetzt nicht mehr damit damit Dinge zu tun, wenn ich es grade nicht „kann“ nur weil grade die passende Zeit dafür ist und es morgen nicht mehr gehen würde. Also zumindest soweit es möglich ist, im Job und als Mutter geht das manchmal halt nicht, aber es gibt noch genug Dinge bei denen das gut möglich ist und ich gestatte mir notfalls auch bis zum allerletzten Moment zu warten an dem eigentlich alles zusammenbricht um dann wie ein Phönix aus der Asche emporzusteigen und meine Superkräfte auf den Tisch zu packen um dann doch noch alles zu schaffen. Wahrscheinlich brauche ich den Flow der Prokrastination als Antrieb um dann die wirklich wahren Superkräfte entwickeln zu können. Zumindest passiert es immer und immer wieder genau so. Langsam schaffe ich es auch, mir selber in dem Thema zu vertrauen daß genau das auch wieder eintreten wird. Selbst wenn vorher keinerlei Anzeichen zu sehen sind daß ich mich überhaupt jemals nochmal aufraffen könnte. Das ist echt schwer, in sich selber zu vertrauen obwohl man sich ja eigentlich schon ganz gut kennt. Aber ich in dem Thema bin noch nie von mir selber enttäuscht worden und ich glaube fest daran daß ich sowieso ein Glückskind bin daß aus jeder noch so großen üblen Situation wieder rauskommt um was Gutes draus zu ziehen. Einfach nur weil ich es kann und wohl auch irgendwie voll drauf habe, wie meine Oma immer sagte, aus Schiet Böngers zu machen. Ich habe es wirklich immer irgendwie geschafft aus unschaffbaren Dingen in den krassesten Variationen halbwegs unbeschadet herauszukommen. Da kann ich doch die 2 Tage Steuerabgabefrist bei komplett nachzuholender Buchhaltung und Fahrtenbuchnachgeschreibe (danke liebe Zettelsammlung) für 1 Jahr, bei der parallelen Betreuung eines Welpen und eines Kleinkindes mal schnell durch Bloggeschreibe in der einzig freien Stunde in denen alle schlafen prokrastinieren.

Fühlt sich trotzdem sehr gewagt an. Egal, ich KANN es ja grade eh nicht tun, also was solls…

Eigentlich wollte ich euch auch berichten was ist in der Zwischenzeit passiert ist. Also wir haben jetzt einen Wuffi mit dem wir 2 Wochen gleich nach Abholung im Urlaub auf Hiddensee waren. Ein kleiner schwarzer Labrador mit großen braunen Augen. Es ist superanstrengend aber mindestens nochmal doppelt so schön endlich wieder einen Hund in unserem Hause zu haben. Das hat mir die letzten Jahre soooo sehr gefehlt und man kann gar nicht beschreiben was ein Hund mit einem durch seine reine Anwesenheit machen kann. Ich leide zB. unter akutem Schlafmangel weil ich echt oft noch Nachts raus muß mit ihm, aber es macht mir rein gar nichts aus. Ich bin fit wie ein Turnschuh. Ich habe superviel Spaß mit ihm und er hoffentlich auch mit mir. Es war eine großartige Idee mit dem Kleinen sofort in den Urlaub zu fahren. Etwas wo jeder Hundefreund die Hände über den Kopf zusammenschlagen würde. Wir haben es der übervorsichtigen Züchterin auch nicht erzählt. Zum Glück, denn wann immer ich ein halbwegs neutrales Foto in unsere Whatsappgruppe schickte bekam ich wegen allenmöglichen Sachen gleich Mecker. Das Spielzeug wäre zu fusselig, das Schweineohr ein neues Nahrungsmittel, der Raum zu wenig abgezäunt etc.

Wenn die wüßte was der kleine Wuff derzeit alles tolles erlebt hat mit uns im Gegensatz zu seinen Geschwistern die im „geschützten Garten“ nach Zeitplan X alleinesein üben müssen und geschont werden bis zum geht nicht mehr. Wir haben derzeit am Ostseestrand getobt, waren baden, Kutsche- und Autofahren, wandern mit Wuff im Tragetuch (der darf ja noch nicht so viel laufen), haben Menschen, Kinder, Tiere, Pflanzen getroffen, sind im Fahrradanhänger gefahren, waren mehrfach im Restaurant, er hat alles gefressen und angeknabbert was er finden konnte etc. etc. Das alles natürlich in absoluter Entspannung der ganzen Familie und wohldosiert mit kräftigen Schläfchen hinterher. Es gab kein Gejaule wegen der Geschwistertrennung, er ist inzwischen fast komplett stubenrein, er geht prima an der Leine, hört auf erste Grundkommandos, hat vor nichts Angst und bleibt bei allem Neuen tierisch gelassen und vor allem er liebt uns abgöttisch. Wir haben auch einen Fehler im Freßplan der Züchterin entdeckt der die doppelte Menge Fressen vorsieht als überhaupt gut wäre für ihn. Haben uns anfangs immer gewundert, warum wir so viel wegwerfen müssen und die Züchterin machte uns schon richtig Angst daß er bloß auffressen sollte weil er ja eh schon immer eher ein zarter Esser wäre und das wäre ja gaaaaaanz schlimm weil er nicht genügend zunehmen würde. Zum Glück ist er ein sanfter Esser, denn er hat ungefähr das gefressen was auch gut ist für ihn. Im Gegensatz zu seinen verfressenen Geschwistern die nun alle Schelte von den Tierärzten bekommen weil sie alle extrem zu fett sind. Aber wehe ich hätte erzählt daß er bis heute nur die Hälfte der von ihr festgelegten Menge bekommt aus den und den Gründen… Naja, nun entscheiden zum Glück wir wie der Wuffi aufwächst und bisher hat es sich als richtig erwiesen auf unser Gefühl und unsere Erfahrung mit Hunden zu vertrauen. Nun sind wir zu Hause und auch hier war die Eingewöhnung überhaupt kein Problem. Wir sind glaub ich manchmal echt total anders, aber das ist auch gut so.

Nun holt mich langsam der Alltag wieder ein und der innerliche Abgleich meines jetzigen Lebens hier mit dem Urlaub in der gut bekannten wunderschönen Einöde muß auch erstmal verdaut werden. Ja, ich liebe es so menschenleer wie möglich zu leben und wenn Menschen dann welche um mich zu haben die ebenso „anders“ sind. Ich mag Wasser, Wald, Tiere und vor allem Stille. Stille heißt nicht daß man nichts hört, aber Ruhe vor Menschengeräuschen ist das Größte. Ich lebe gerne ohne Zeit und Raum, einzig getrieben von dem Moment. Ich wäre gerne jobmäßig irgendwie anders tätig und ich hab zB. die Dame sehr beneidet die am Strand bei Sonnenuntergang kleinen Kindern Märchen vorliest, ich könnte mir wirklich vorstellen Kutscher zu sein (wenn all die Silberlocken auf der Kutsche nicht wären), Pferdeapfelaufsammler, Bernsteinschleifer, Maler, Bildhauer, Friedhofsgärtner…egal was, nur dort oder an einem ähnlichen Ort.

Ich möchte gerne meine Zukunftsvision haben, JETZT!!! Mit euch als Mitstreitern wäre es perfekt.

(https://andersfamilie.wordpress.com/2015/06/26/so-will-ich-mal-leben/)

Schaffe, schaffe, Häusle ähm Praxis baue…natürlich im Halbschlaf

Heute habe ich meinen freien Tag. Ich habe kaum geschlafen, weil das Tochterkind bereits ab 0:00 Uhr neben mir im Bett ob irgendwelcher Alpträume lag und ab da an enormst rumnervte. Einmal mußte sie aufs Klo und traute sich nicht alleine, dann wurde heute Nacht noch gesungen, gelacht, geklatscht, sich hin und hergeworfen, geschnattert, geschnarcht, ich wurde alle 5 Minuten gefragt ob sie fernsehen könne oder mir wurde erzählt wie sehr sie sich jetzt langweile, mir wurde festumklammert ins Ohr geschnufft, meine Bettdecke wurde geklaut, ich wurde zwischen Herrn Anders und dem Kind förmlich eingequetscht und ich hab die ganze Zeit nur gedacht: zum Glück hab ich wenig Probleme mit Berührungen. Aber ein bißchen Schlaf wäre schon ganz geil. Ich entwickel dann auch immer so leichte Agressionen weil Herr Anders bei all dem Theater völlig seelig und fest schlummert und nichts mitbekommt, während ich die ganze Nacht kein Auge zubekomme. Das ist doch echt unfair!

Naja, statt nun auszuschlafen hab ich mich entschieden mein Vormittagshoch zu nutzen um mit dem Mann mal wieder etwas in der Praxis zu tun und später nochmal etwas zu schlafen wenn der Akku richtig leer ist. Heute üben wir verputzen. Das wird sicher ein Spaß, denn ich habe ja superkonkrete Vorstellungen und wehe an einer Ecke paßt es dann nicht so wie ich es gerne hätte. Deshalb üben wir erstmal an Resteplatten und fangen erstmal im unwichtigsten Zimmer an.

Irgendwie tut mir das ja immer richtig gut dieses handwerkliche arbeiten, aber leider bleibt neben Job, Familie, Familienmanagement, denken, putzen, Systempflege und so nicht mehr viel Zeit übrig. Also auf gehts, statt hier am PC zu hocken. Aber man muß ja schließlich die berühmten, ach wir fahren nochmal schnell in den Baumarkt weil wieder etwas fehlt Phasen zum schreiben nutzen