Triggerthema Essenkontrolle

Ich lese immer wieder in diversen AntiABA Artikeln wie Kinder mittels Essenkontrolle gefügig gemacht werden sollen unter dem Deckmantel der Sorge. Das triggert ganz schön, sowohl als Mutter, als Autistin und als Opfer.

Ich kenne die Probleme die man mit Kindern hat, die nicht alles essen wollen und am allerwenigsten das was ich als besorgter Erziehungsberechtigter für angemessen halte. Auch wir haben die Regel daß alles was man noch nie probiert hat einmal in Mikromengen probiert werden soll, allerdings darf man es auch ausspucken wenns doof ist. Vieles schmeckt dann plötzlich doch. Diese Regel gilt übrigens für alle in der Familie und nicht nur für Kinder. Auch ich muss regelmäßig für mich total widerliche Sachen probieren zur Belustigung meines Kindes. Damit kommen wir gut klar. Dennoch ißt mein Kind weiterhin das was es meint zu essen und das ist idealerweise jeden Tag das selbe möglichst „geschmacksfreie“ Essen weil fast jedes Lebensmittel als zu scharf wahrgenommen wird. Und ob ihr es glaubt oder nicht, wer jetzt denken würde das Kind esse also den ganzen Tag Schokolade, Pudding, Nudeln oder Pfannkuchen irrt. Denn sowas gibt es in unserem Hause nicht mal und müßte sogar extra gekauft werden. Nicht weil wir so streng sind, sondern weil es wirklich keiner mag. Unser Kind ist in eine Familie hineingeboren in der jeden Tag Gemüse aller Art und andere gesunde Sachen für alle zum freien rummatschen und ausprobieren auf dem Tisch standen und Essen und naschen getrennt wurden und es hat sich in der Entwicklung jeder sein Spezialessen daraus gesucht. Also hätte es ja niemals etwas ungesundes werden können zum essen, oder?  Heute wählt das Kind rohes Gemüse ohne alles wenn ich Gemüse und Schoki auf den Tisch stelle. Nicht aus Angst, daß ich mecker, sondern weil es Gemüse einfach lieber mag.

Vielleicht haben wir auch nur Glück gehabt, vielleicht haben wir es schlau angestellt. Egal!  Vor allem aber läuft es hier essenstechnisch immer mit viel Spaß und absolut gewaltfrei.

Anders in meiner Entwicklung. Ich erinnere mich nicht mehr an vieles weil ich wirklich sehr sehr viel verdrängen mußte, aber ich erinnere mich deutlich an Essenskontrolle, an selbstgebaute Maulsperren aus Kochlöffeln und Menschen die mich als kleines Kind gewaltsam festhielten und Röhren mit Trichtern oben dran in denen mir Essen vor lauter angeblicher elterlicher Sorge mit Gewalt einverleibt wurde. Wenn ich mich richtig erinnere wurde das sogar noch mit 13 Jahren mit mir gemacht.

Heute kommt es mir vor wie ein übler Traum, weil ich gar nicht verstehen kann und will daß Eltern soetwas tun können. Das kann doch nicht real sein. Ich bin doch auch Elter und ich kapier das einfach nicht. Aber es ist passiert. Und jetzt kommts, es passierte nicht weil ernsthafte Mangelerscheinungen drohten, sondern weil ich fast nur Obst und Gemüse aß und man sorgenvoll meinte da müssen auch noch Fleisch, Nudeln und Nachspeisen ins Kind weil das ja sonst nicht gesund wäre.

Man gebe dummen Menschen Macht und Werkzeuge…

 

Ich möchte nicht, daß soetwas in irgendeiner Weise jemals einem anderen Kind angetan wird. Auch nicht in abgeschwächter Form und schon gar nicht unter dem Deckmantel von Therapie und Sorge!

 

 

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2 Kommentare zu “Triggerthema Essenkontrolle

  1. blutigerlaie sagt:

    es würgt mich gerade aber sonst ist alles ok…
    ach ja, ich finds cool daß du dich bei der Probierregel nicht ausnimmst!

    Gefällt 2 Personen

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