So viel zum grübeln

Ich habe heute das erste Mal im Leben das Wort Autismus (der Eltern) öffentlich geschrieben im Bogen für die Schuleingangsuntersuchung. Das fühlt sich echt seltsam an. Ein bißchen wie eine 100%ige Garantie um zukünftig in blöde Schubladen gesteckt zu werden in denen mich nie vorher jemand sah. Auch jetzt glaubt es mir ja keiner, obwohl ich inzwischen deutlich autistischer wirke als noch vor einem Jahr. Ich bin mir auch noch nicht sicher ob des Datenschutzes über die Infos über meine Person und werde das alles nochmal genauer erfragen. Schließlich hängen davon ein paar Versicherungen wie zB. die Berufsunfähigkeit von ab. Ich denke allerdings, daß ausgerechnet die Schule davon wissen sollte und möchte gerne davon berichten daß wir bisher super klarkommen mit den Anforderungen des Alltags, ich mein Kind als Ergotherapeut quasi selber zu Hause „therapiere“ und auf die Welt vorbereite, es bisher niemand gemerkt hat und wir ihm nicht den Weg mit einem so krass fehlbewertetem Wort wie Autismus für seine Art zu denken verbauen wollen. Zudem hat unser Kind panische Angst vor Ärzten und wir haben daher noch keine Diagnostik angestrebt. Wozu auch? Ich finde dennoch daß sie es zumindest wissen sollten daß unser Kind autistisch ist, auch wenn es noch kein Arzt bemerkt hat und auch das U Heft absolut unaufällig ist. Oder ist das etwa nicht gut das so zu machen?! Ich bin total unschlüssig und nun fang ich schon wieder an zu grübeln ob das nicht richtig ist weil ich meinem Kind damit blöde Steine in den Weg lege oder ob es richtig ist weil ich ihm Chancen auf Unterstützung damit eröffne oder ob ich das vielleicht an der falschen Stelle kundtue und es woanders machen sollte.

rödelrödelrödel…

Dieses blöde Schulding mit all seinen Terminen und Verpflichtungen bringt mich grübeltechnisch noch um. Nun haben wir zB. gesagt bekommen daß ein Hortplatz nicht sicher ist (wir arbeiten beide Vollzeit und die Schule ist um 11 Uhr zuende), es keine Alternativen wie Tagesmütter gibt die frei sind und es steht nun doch noch ein eventueller spontaner Schulwechsel im Raum wo wir uns doch nun auch nach ewigem Gerödel eeeendlich für eine fest entschieden haben. Waaaah!

Seit andere Leute mitreden wollen/müssen über die Gestaltung des Leben des Kindes wird es nur noch komplizierter und komplizierter. Man ey!

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3 Kommentare zu “So viel zum grübeln

  1. kiki0104 sagt:

    An deiner Stelle würde ich dein Kind diagnostizieren lassen. Ganz egal, was du für dich machst….
    Aus einem ganz kleinen Grund: Stell dir mal vor, dein Kind kommt in der Schule nicht mit und braucht einen Schulbegleiter.
    Später, im Beruf hilft ein SBA weiter, FALLS dein Kind Probleme mit der Zusammenarbeit im Team haben könnte.
    Bedenke das bitte mal so. Letztendlich ist es Deine Entscheidung… aber Ergotherapie ist nicht das Einzigste, was ein Autist benötigt: Auch Heilpädagogik, Psychomotorik, vielleicht Logopädie?
    Nimm das aber bitte nicht als Kritik auf… es soll nur zum Nachdenken anregen 😉

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  2. Jorin sagt:

    Ohne ärztliche Diagnose kommt Dein Kind nicht zu Nachteilsausgleichen, Integrationshelfer usw. (falls das nötig ist). Was bringt es Dir dann, der Schule was von dem Verdacht zu sagen, außer dass das Vorurteilsdenken in Gang kommt? Ich würde es lassen und evtl. nach Schulbeginn mit der Lehrerin/dem Lehrer, der Dein Kind hauptsächlich unterrichtet, reden. Die/der kann dann nämlich sagen, ob irgendwas auffällig ist usw.
    Oder direkt diagnostizieren lassen.

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