Tag 3, Beobachtungen

Ich bin wieder hochgradigst produktiv und funktionierend, besser noch als gestern. Ich war zB. stundenlang einkaufen ohne es schlimm zu finden, selbst ein Vorbeigehen an Douglas hat mich nicht gejuckt, dabei sterbe ich sonst immer. Ich habe heute ohne Pausen ein unmenschliches Pensum an wichtigen Dingen erledigt. Langsam mache ich mir Angst…aber ist schon cool wenn alles auch mal funktioniert was sonst immer in Überlastung endet. Aber ich kenne den Preis dafür und ich habe es mir selber ausgesucht ihn später zu zahlen gegen großen Leihzins der obendrauf kommen wird. Bis es soweit ist, freue ich mich darüber daß auch mal lange liegengebliebenes vom To do Berg verschwindet. Allerdings spüre ich so ganz langsam den leeren Akku der ganz weit weg zu sein scheint und daß das nicht mehr lange gut geht. Denn gesund ist das sicher nicht was ich grade tue. Aber wie gesagt, einmal die Mühle angeworfen ist sie glaub ich nicht aufhaltbar. Ich kann jetzt nichts mehr am Ausgang an sich ändern indem ich mich zB. extremst schone, mich vor Außenreizen schütze, rumheule, denke oder was auch immer. Der Ursprungstrigger ist wie verpufft und damit auch alle doofen Gefühle und irgendwo gut versteckt stapeln sich die Dinge die bald überlaufen werden weil sie sonst nicht anders abfließen können. Mir fehlt jeglicher Zugriff darauf. Selbst wenn ich es logisch verstehen kann daß da nichts weg ist sondern nur verdrängt hab ich keine Handhabe. Wenn ich morgen noch ein kleines bißchen Zeit habe, werd ich aller Gewißheit zum Trotz nochmal etwas in meinem Kopf rumexperimentieren um vielleicht doch noch was zu ändern. Bleiben sie dran, morgen wirds spannend. Denn der „Trigger“ kommt zu Besuch zum übernachten und bringt neben seinem Koffer Hass noch Gefolge mit, mein Mann kann nicht anwesend sein um mich zu schützen weil er arbeiten muß, ich muß mich noch einmal hochgradig zusammenreißen ob meines Kindes willen und ich werde dabei Todesängste und Todesvorwürfe an mich selber erleiden. Eigentlich ein klassischer Tag für Stufe 2, den Andersschen Meltdown vor versammelter Mannschaft. Wobei ich sowas superselten habe, ich hau mich meist immer durch das ewige Zusammenreißen gleich auf Stufe 3 dem Shutdown. Die Systeme werden runtergefahren und im Idealfall irgendwann neu gebootet. Den Shutdown kann man bei mir übrigens wörtlich nehmen. Mein Kopf ist dann weg, abgeschaltet, oft hab ich dann eine lange Zeit einen kompletten Filmriß bei unauffällig funktionierendem Außen. Ich kann reden, gehen, passend antworten und sogar ganz normal wirken. Aber ich bin nicht da. Das dauert gerne dann auch mal etwas länger und bisher hat es noch niemand so wirklich gemerkt. Ich traue mich auch nie hinterher zu fragen und mich quasi damit zu outen. Es gibt nichts beschisseneres als nicht zu wissen was passiert war in den letzten Tagen. Man versucht krampfhaft aus Gesprächen Ideen rauszuziehen was gewesen sein könnte und jede noch so bedeutungslose Andeutung löst eine große Scham in mir aus. Ich komme eigentlich nie drauf, außer daß ich aus all diesen Gesprächen ziehen kann daß ich wohl nicht groß negativ aufgefallen bin. So ein Shutdown dauert unterschiedlich lange. Auf jeden Fall nie unter 12h. Manchmal fahren auch die anderen Systeme runter, die des Außen. Ich bleibe innen quasi wach und mein Außen entfleucht mir. Ich verliere als erstes alles qualitativ hochwertiges an Fähigkeiten. Motorik wie reden, schreiben und so, danach kommen andere ähm Dinge… Dann sacke ich zusammen bei hochgradig wachem Geist und bin nur noch ein einziges Ding das denken kann und das mit denken nichts ändern kann.

So oder so, es fühlt sich immer unwahrscheinlich kacke an. Es kostet Unmengen an Kraft und Energie und es braucht lange bis ich wieder halbwegs betriebsfähig bin. Wobei das nun auch schon schneller geht, seit dem ich etwas besser kapiere was da genau passiert und ich bekomme damit eine Handhabe zumindest die Regeneration positiv zu beeinflussen.

Für mich ist all das nichts wirklich schlimmes und ich entwickle immer mehr Gelassenheit mir dabei zuzuschauen.  Kenne ich es doch mein Leben lang nicht anders und ich weiß daß nach alledem auch etwas total Gutes kommt zur Belohnung. Und je dreckiger es mir geht, desto näher bin ich doch schon an der Kehrtwende. Das Wissen darum und das Vertrauen in diesen Fakt gibt mir eine diese tiefe Gelassenheit. Das Leben ist nunmal ein ewiges Auf und Ab. Trotzdem hab ich jedesmal Angst. Angst vor beschissenem Timing.

Wieder halbwirres Zeug ohne jegliches Korrekturlesen meinerseits-verzeiht, denn das kann ich nicht nochmal lesen. Da müßt ihr jetzt halt durch. See you tomorrow. Wenn ich nix schreibe, wißt ihr Bescheid: Shutdown mit Motorikausfall. Falls der andere Fall eintreten sollte wäre ich selber gespannt was ich so berichten würde. Also falls ich dann überhaupt schreibe. Vielleicht mach ich ja auch ganz andere völlig kuriose Dinge. Wenn ihr mich sehen solltet, berichtet doch mal.

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