Ausflug in die Vergangenheit

Oh man, ich krieg mich kaum sortiert. Mein Akku ist auf 0%, weil ich alles freiwillig hergegeben habe. Ich war ja gestern alleine bei meinen Eltern. Dort alleine zu sein ist etwas, das ich versuche dringend zu vermeiden. Denn alleine sein heißt auch Feuer frei zum zerstören der Frau Anders. Liebe ist halt kaputtmachen bei denen. Naja gut daß ich das irgendwie anders sehe und lebe. Aber das soll gar nicht mein Thema sein. Ich bin freiwillig dort hin gefahren weil ich so extrem viele Fragen habe. Fragen zu mir. Fragen wie ich denn wirklich so war als Kind. Eine Suche nach versteckten Potentialen und grundlegenden Wesenszügen die mir genommen oder überdeckelt wurden. Ich habe so schrecklich wenig Erinnerungen mehr an das „früher“. Wie war ich denn so, was hat mir Spaß gemacht, was fand ich blöd, womit habe ich Energie getankt und was waren meine Stärken. Ich habe sehr vieles einfach vergessen und verdrängt und ich hoffe aus den Antworten irgendwas für mein heutiges Leben schöpfen zu können. Mein Leben das mich wieder mehr zu mir selber führen soll. Ein Leben ohne Masken und Schauspiel. Das wäre toll.

Ich habe nur ein Problem. Ich bin nicht geoutet und ich habe Eltern die psychisch sehr krank sind. Dazu sind sie Narzißten deluxe deren Kind natürlich immer nur absolut perfekt oder so richtig scheiße war. Da ehrliche Antworten auf Fragen meinerseits zu bekommen ist schwierig. Also entschloss ich mich es geschickter anzugehen als nur zu fragen. Ich habe mich alleine auf in die Höhle des Löwen gemacht, so richtig als Traumtochter war ich da. Ich habe einen wirklich netten Abend mit ihnen verbracht und mir viel Zeit genommen sie zu lobpreisen. Dann habe ich die Gespräche geschickt über meine Tochter auf meine Kindheit gelenkt und ich bekam tatsächlich ein paar Aussagen. Zudem habe ich noch alte Tagebücher von mir in gut gewählten alten Verstecken gefunden und ich bin geschockt wie schlecht es mir damals als kleines Kind schon ging. Worüber ich so nachdachte. Wie groß mein Wille war normal zu sein, was ich alles getan habe um zu gefallen, der ewige Wunsch endlich auch mal Freunde zu haben und es dennoch immer wieder zu verkacken.

Mein persönlicher Knüller des Abends war die Aussage daß ich von Geburt an schon immer opportunistisch gewesen wäre. Ich war immer mit Absicht gegen alles was andere so taten und ich kannte nur schwarz und weiß. Bemüht habe ich mich auch nie wirklich. Alles klar!

Mir tut das arme Kind was ich mal war sehr leid. Ein Kind dessen eigene Eltern es total falsch einschätzten. Das Kind, was selber leere Freundschaftsbücher für sich selber füllte und das allen einfach nur alles recht machen wollte und es nie geschafft hat.  Irgendwann zeig ich euch mal Tagebucheinträge wenn ich mich traue. Die sind echt krass.

Ich bin froh, daß dieses Kind was ich einmal war so langsam in die düstre Vergangenheit entschwindet. Da gehört es auch hin. Mit einer fetten Abschiedsumarmung von mir.

Ich habe heute selber so ein Kind wie ich es mal war. Ich habe es jeden Tag vor Augen wie hart das Leben als kleiner Mensch ist, wenn man anders ist und doch gleich sein will. Es ist verdammt schwer, es auszuhalten hilflos zuschauen zu müssen. Meine Tochter ist mir extremst ähnlich und triggert mich daher sehr. Aber ich bin auch jeden Tag sehr froh daß ausgerechnet ich ihr Lehrmeister sein darf. Denn ich hab es ja auch ganz gut da durch geschafft und weiß wie es geht.

Ich bin heute verdammt stolz auf mich, daß ich trotz allem ein guter Mensch geworden bin, daß ich trotz aller Widrigkeiten immer weiter gemacht habe und nicht einfach von dieser Welt entschwunden bin.

Es fühlt sich verdammt gut an immer mehr „ich“ zu werden. Manchmal muß man um sich wiederzufinden nochmal in die Höhle des Löwen zurück, wo man sich verloren hat.

Sorry, bin etwas wirr heute und wer mich kennt weiß daß ich eigene Texte niemals 2x lese oder gar hinterher korrigiere. Zumindest nicht hier. Das ist einfach nur ein „raus mit dem Kram“ und das ist auch gut so!

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Ein Kommentar zu “Ausflug in die Vergangenheit

  1. blutigerlaie sagt:

    ich fand gar nix wirr an deinem Text, alles gut verständlich – doppelten Sinn!

    Gefällt 2 Personen

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