Kinderkrams

Heute mal wieder was von mir. Ich weiß einfach nicht wohin mit dem Thema, weil man mit niemandem unbefangen darüber reden kann. Mein Kind hat mir heute Abend zum wiederholten Male gesagt, daß sie sich nichts sehnlicher wünscht als nur noch mit mir alleine zusammen zu leben. Daß es eigentlich gar nicht schlecht wäre, wenn Papa plötzlich tot sein würde. Der seie einfach nur doof und wie aus einem anderen Land. Den will sie nicht mehr haben. Außerdem meckere er auch viel zuviel, ihm seie nichts recht und ich seie ja generell viel besser und so. Anfangs dachte ich ja daß es nur eine Phase seie, aber das geht schon echt lange so in die Richtung. Wir zwei reden ganz oft darüber was an unserem Papa konkret komisch ist und wie wir damit am besten umgehen können, was wir uns wünschen wie er tun soll damit alles besser ist und was wir tun können.
Ich muß dazu sagen daß ich irgendwie genau weiß und spüre was sie mit diesem „er ist doof“ meint. Sie hat echt einen megatollen Papa der viel Quatsch mit ihr macht und für den sie sein ein und alles ist. Einen Bilderbuchpapa quasi, der wirklich sehr bemüht ist alles richtig zu machen. Aber er ist halt „anders“. Sie hat auch nichts wirklich konkretes gegen ihn vorzubringen. Sie findet ihn einfach halt doof. Ich erlaube mit mal zu ergänzen, sie findet seinen Autismus doof. Denn eigentlich wünscht sie ihn sich anders als er ist. Anders in allem was sein Wesen ausmacht, nicht anders in konkreten Dingen. Ihr wißt ja hier auch alle daß man sowas kaum in Worte fassen kann, schon gar nicht als 5 jährige, aber mit Autismus ist man halt einfach „anders“ und für sie ist es nur schwer zu ertragen. Inzwischen läßt sie ihn auch deutlich spüren daß er unerwünscht ist. Das ist richtig fies für meinen Mann und macht ihn ebenso totraurig, weil die Ablehnung echt krass ist. Wann immer es geht wird gesagt du nicht, nur mit Mama, geh weg, von dir will ich keinen Gutenachtkuss, wann gehst du endlich wieder arbeiten usw.  Das ist auch für mich die Hölle das zu ertragen. Ich habe schon oft gesagt daß mir das nicht gefällt, weil ich nämlich den Papa liebe und nicht möchte daß jemand ihn so behandelt. Ein paar Sekunden später tut sie wieder als seie nichts gewesen und juxt und albert mit ihm herum um dann wieder alles scheiße zu finden. Wir 3 haben schon so oft alle am Familientisch gesessen, sogar alleman recht offen geredet und versucht gemeinsam kreative Lösungen zu finden. Aber es ändert sich am Grundthema nichts. Für mich ist es echt jedesmal ein Hieb in mein Herz und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich stehe zwischen allen Stühlen. Auf der einen Seite mein leidenes Kind, auf der anderen Seite den verletzten und totraurigen Mann der ebenso leidet. Tja, da steh ich nun ich armer Tor und leide quasi dreifach für alle Beteiligten mit.  Ich würde mich gerne bei jemandem, bzw. bei meinem Mann darüber ausheulen und laut gemeinsam überlegen was man da am schlauesten macht. Aber auch er ist schwer verletzlich was das Thema angeht und ich traue mich nicht nichtmal es ihm in der gegebenen Härte widerzugeben. Ich will aber auch nix verschweigen. Man! Das kann doch nicht sein daß wir das nicht gemeinsam hinkriegen…

Scheißendreck!

Was macht man denn da bloß???

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2 Kommentare zu “Kinderkrams

  1. marienkäfer sagt:

    Das ist wirklich eine schwierige Situation, von der ich so auch nicht gehört habe vorher. Ich hätte auch vermutet, dass es nur eine Phase ist, aber wenn sie schon länger anhält.
    Sie ist ja auch einfach noch zu jung um zu verstehen, warum ihr Papa anders ist.
    Könnte es denn auch sein, dass du manchmal unzufrieden bist mit der Beziehung zu deinem Mann und die Kleine das unbewusst aufgreift? Spiegelfunktion und so?
    Das ist nur ein Gedanke, kann auch vollkommen falsch liegen also nicht persönlich nehmen 😉
    Gibt es vielleicht eine Stelle, an die du dich wenden kannst, die dir Tipps geben können?
    Ist ja wirklich eine schwierige Situation für dich, verstehe, dass du zwischen den Stühlen sitzt.

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  2. blutigerlaie sagt:

    hm das ist ganz schön schwer, auch schwer zu sagen wie ernst eine 5j das meint. Bei uns gehts andersrum: mein Mann ist NT, die Kinder und ich AS, und ich steh immer in der Mitte. Meine Kinder sind schon älter, und sie haben erst nach dem 10.Lj. angefangen, auszusprechen daß sie mit ihrem Vater manchmal nichts zu tun haben wollen. Sie können halt mit ihm selbst schon genau besprechen, warum. Trotzdem gibts immer wieder Mißverständnisse, Geschrei und Überforderung. Ich muß irgendwo vermitteln, aber ich versuche es zu begrenzen. Vor allem versuche ich, nicht für meinen MannVerantwortung zu übernehmen.Dinge sind halt wie sie sind, ich kann nicht verhindern, daß die drei sich nicht verstehen und ich möchte nicht mehr für meinen Mann vermitteln. Er muß selber geradestehen wenn er zu heftig reagiert.
    Das ist alles ganz schön schwer. Für mich auch traurig, zu sehen, wie die kids miteinem Papa aufwachsen, dem sie fremd bleiben und wie ihrPapa traurig ist, weil seine Träume von einem Vater-Sohn-Verhältnis unerfüllt bleiben. Aber so ist es.
    Mein Mitgefühl!!!

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