keine Traute

Ich trau mich nicht so recht über Dinge zu schreiben, über die „man“ ja nicht schreibt. Dabei finde ich da nichtmal was bei und sicher werden grade solche Dinge die Menschen interessieren. Es ist wie ein innerer Drang auch darüber zu schreiben, denn es gehört ja auch zu mir. Bei mir gibts eigentlich keine Tabuthemen. Leider lassen mich viele Jahre neurotypische Erziehung und auch das persönliche erleben daß es nicht immer gut ist so offen zu sein immer wieder zweifeln.

Ich hab einfach kein Gespür dafür wie weit man gehen kann wenn es heißt man dürfe offen sein. Bei mir gibts eigentlich nur ein alles offen oder nichts und ich unterscheide da eigentlich nicht zwischen Freunden, Kollegen oder Fremden. Ich rede offen über Sex, Vorlieben, Partnerschaftliches, Depressionen, Religion, Suizid, Tod whatever und habe oft sehr ungewöhnliche Ansichten diesbezüglich die nicht jeder immer hören mag. Früher hab ich das wirklich jedem ungefragt um die Ohren gehauen, sobald ein Gespräch in eine gewissen Richtung tendierte. Aber ich bin ja durchaus lernfähig und habe gelernt nicht mehr alles fromm und frei herauszuposaunen. Ich muß es mir im Leben da draußen ja nicht noch schwerer machen als ich es eh schon habe. Dennoch kostet es mich täglich Kraft, denn es ist ein Verstellen und ein „nicht man selber sein“ und es fordert mir extrem viel Konzentration und Denkvermögen ab die Klappe zu halten wo mein ich einfach nur reden will. Zum Glück habe ich mir seit ein paar Jahren einen durchaus passablen Freundes- und Bekanntenkreis zusammengestellt, wo man wirklich offen über allesmögliche reden kann.

Aber es gibt so schrecklich viele Nichtdirektfreunde in meinem Leben mit denen ich auch im regen und manchmal auch recht engem Kontakt stehe wie zB. berufliche Kontakte, Nachbarn, Patienten, Ärzte, Fußballfreunde, Freunde meines Mannes, Familie… Ich bin im täglichen Kampf mich nicht zu verquatschen

Was wäre eigentlich, wenn ich dieses Klappe halten nicht mehr tun würde?

Wenigstens nicht hier?

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trau mich nicht 😦

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4 Kommentare zu “keine Traute

  1. marienkäfer sagt:

    Was passiert? Ich würde es lesen 🙂
    Probiere aus, wie es dir damit geht. Denn es scheint ja ein Bedürfnis zu sein und du wirst merken, wie du dich damit fühlst. Vielleicht bereicherst du ja dich und/oder deine Leser sogar sehr.
    Hauptsache ist doch, du findest heraus, ob es für dich gut ist. Oder?

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  2. blutigerlaie sagt:

    nur zu :D. Ich muß allerdings im RL immer mehr überlegen, wie ich meinen pubertären Sohn sanft einbremse, der muß mehr Distanz halten…

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  3. lotos09 sagt:

    kenn ich, diesen Kampf kämpfe ich auch dauernd

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  4. apfelbub sagt:

    Immer raus damit. Alles andere schnürt ein. Wie ein zu enges Korsett. Vor allem, umso leichter kann man sein Umfeld selektieren nach „mag mich“ und „mag mich nicht weil..“.
    Bei uns ist das einfach. Ich habe kein Umfeld. Null. Nur die Bekannten/Freunde meiner Frau. Die kennen mich. Da schockt nichts mehr.

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