Zu viel…

Da ist er wieder mein geliebter Autismus mit seiner Schockstarre. Wenn alle denken ich wäre doch voll normal, mir also auch normale Aufgaben geben und meine Welt ins Stocken und röcheln gerät wegen simpler Dinge die jeder „mal schnell mal“ erledigt bekommt geht irgendwann nichts mehr.

Was ist geschehen?

Ich habe 2 Tage in dieser Woche ausnahmsweise frei und bin dabei die Wohnung weiter passend umzustrukturieren. Dazu muss ich auch zu Ikea. Einem meiner Hauptüberforderungsorte schlechthin. Ich versuche daher extra zu den Nichtstoßzeiten dort hinzufahren, dann geht es meist. Ich bin extra gestern nicht gefahren, weil ich gestern schon Klamotten shoppen war und mir dachte daß Ikea obendrauf mein Tod wäre. Also steht heute Ikea auf dem Plan und danach das Kind von der Kita abholen. Klingt doch ganz einfach, oder?

Nebenbei entdecke ich, daß Aldi grade die einzige Woche im Jahr unsere Gartenstühle die wir seit Jahren dort Stück für Stück aufkaufen im Angebot hat. Also müßte ich ja noch vorher zu Aldi….krieg ich hin. *einsetzende Grübelleien ob der Platz im Auto überhaupt reichen wird, wenn ich danach noch zu Ikea fahren will*

Dann entdecke ich, daß Aldi diesmal nicht meine geliebten weinroten Auflagen hat, sondern andere Farben. Das geht nicht!  Hey, aber Lidl hat die grade im Angebot. Okay, fahre ich erst zu Aldi, dann zu Lidl, dann zu Ikea.

Ach nee, das wird ja ganz schön teuer. Also vorher Geld abholen. Also erst Bank, dann Aldi, dann Lidl, dann Ikea, dann Kiita und nach Hause.

(schaff ich das zeitlich überhaupt alles bis Kitaschluss? *grübel*)

Ich bin dann halbwegs gestresst vom planen fast soweit loszufahren, dann kommt der Mann mit der Idee wenn ich doch schon bei ikea wäre, könnte ich gleich was aus einer Pulverbeschichtungswerkstatt in er Nähe für ihn abholen. Seie etwas kniffelig zu finden. Er zeigt mir das Sattelitenbild. Was das kostet wisse er auch nicht, aber er kann mich ja irgendwann anrufen wenn die sich melden.

So langsam kommt eine Art Schockstarre auf, aber ich bin ja gewillt und so…muß ja nur noch fix umplanen und grübeln wo ich die Bank nun eigentlich zwischenschiebe, weil ich nicht weiß wann er anruft um mir einen Preis zu nennen. Vielleicht könnte ich ja so ungefähr erfahren was das grob kostet, dann heb ich einfach 100€ mehr ab und dann paßt das doch in meinen Plan.

Erfahre ich aber nicht.

Im rausgehen wirft er mir noch zu, daß es doch eigentlich viel wichtiger seie mit meinem Auto schnell mal zum Lackierer zu fahren. Das hätte quasi oberste Priorität. Ich hätte doch heute mal Zeit dazu. Das hat seit Ewigkeiten einen großen Ratscher über die komplette Seite, der inzwischen sogar schon rostet. Ich drücke mich seit Ewigkeiten hartnäckig davor, denn ich müßte erstmal diverse Lackierer anfahren, anfragen und Preise vergleichen. Dann Termine abstimmen, grübeln wie ich da hin und wieder wegkomme, feilschen und handeln, viel Geld bezahlen, die ständige Angst übers Ohr gehauen zu werden,  usw.

Damit ist die Bombe explodiert. Nein, eher implodiert. Ich sitze hier, kann vor lauter Schockstarre weder schaukeln noch heulen obwohl meine Welt grade zerbricht. Einzig schreiben geht noch irgendwie. Daher schreibe ich jetzt einfach mal.

ICH KANN DAS ALLES NICHT!

Ich werde heute wohl starr auf dem Sofa sitzen und hinterher ohne etwas dafür zu können viele Dinge falsch gemacht haben.

Ich werde 1 Jahr auf meine Stühle samt Auflagen warten müssen und mich jeden Tag des Sommers dafür ärgern.

Ich werde einen grummeligen Mann haben, der bis Montag warten muß bis er seine Teile hat.

Ich werde morgen zu Ikea müssen, morgen wenn alle dort hingehen oder hier zu Hause nie wieder etwas hinbekommen, weil es Planänderungen gibt.

Ich werde daher morgen nochmal total zusammenbrechen. Diesmal sogar vor dem Kind.

Mein Auto wird mir irgendwann eher wegrosten statt daß ich da hin fahre

usw.

Vielleicht schaffe ich es noch mein Kind abzuholen, das wird dann aber ungewollt ganz schön leiden müssen unter meiner Stimmungslage.

Und ich werde mir wieder schreckliche Vorwürfe machen müssen, warum ich nicht „mal schnell mal…“ machen kann

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Ein Kommentar zu “Zu viel…

  1. blutigerlaie sagt:

    Ich versteh das glaub ich ziemlich gut. Ist übrigens auch für Normalos nicht ohne so ein Tag (wenn man zumal bei Ikea nicht genau weiß was man holt), und dann noch neue Wege, Leute, Parkplätze. Hilft wohl nur: stoppen und klarmachen „mal eben schnell“ ist für Auties auch bei gutem Willen oft ein No-go…

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