Mein Beruf

Ich oute mich mal beruflich, denn ich habe bisher so viel geschafft und noch so viel vor. Allerdings frage ich mich, wohin mein beruflicher Weg denn nun wirklich gehen soll wenn ich mich innerlich grade so massiv zu verändern scheine.

Ich bin selbständige Ergotherapeutin, die sich auf den neurologischen Bereich spezialisiert hat (das ist mein Aspieartiges Spezialinteresse schlechthin, die Neurologie und das Gehirn und deren Manipulationsmöglichkeiten) und ausschließlich Hausbesuche tätigt. Arbeiten tue ich in meinem Beruf seit 13 Jahren. Am Freitag habe ich Jahrestag und bin dann schon 3 Jahre so richtig selbständig und „frei“ in meinem Beruf. Frei deshalb, weil mir nichts besseres hätte passieren können als die Selbständigkeit. Frei, weil ich mich niemandem mehr anpassen muß. Keiner der Termine für mich macht, über meine Struktur und Inhalt der Arbeit, meine Pausen oder was auch immer bestimmen will, ich kann Patienten annehmen oder ablehnen, ich kann einfach mal ein paar Tage frei planen, ich liebe die Übergangsphasen im Auto von einem Patienten zum nächsten, generell liebe ich Autofahren und je mehr ich nach meinen Facetten arbeite, plane und therapiere, desto besser fühle ich mich und desto besser geht es dann auch meinen Patienten. Geht es mir gut, bin ich auch gut in meinem Job. Ich mache inhaltlich einfach nur noch das, was ich am allerbesten kann und bin daher auch echt gut in meinen Spezialgebieten. Das ist langsam echt schon so krass, daß ich mich rein wegen der Wirtschaftlichkeit enorm einschränken muß, daß die Patienten nicht nach ner handvoll Behandlungen geheilt sind. Dennoch bin und bleibe ich ein Eigenbrötler, meine eigene Marke, ich gehe nicht immer konform mit dem was andere Therapeuten für richtig halten, nicht jeder kommt mir mir und meiner Art klar und oft kämpfe ich auch gegen eine medizinische Mafia und Reglementierungen daß es bald schon keinen Spaß mehr macht. Deshalb möchte ich irgendwann auch weg von der „Front“ und nur noch ab und zu mal ein paar Patienten behandeln. Ich habe unterdessen meinen Faible für die Dinge entdeckt, von denen ich immer dachte daß ich sie nicht gut kann und ungerne tue. Den Bürokram. Wie konnte ich das nur jemals doof finden? Wenn ich die freie Wahl hätte, würde ich nur noch Bürokram machen, Listen erstellen, Umsätze ausrechnen, Bilanzieren usw. Andere arbeiten, ich mache den Papierkram und bekomme dann genug Geld zum leben dafür.

Nun ist es so, daß ich in absehbarer Zeit meine eigene Praxis auf unserem Grundstück fertiggestellt haben werde. Ich werde quasi sesshaft. Und so sehr ich mir das immer gewünscht habe, umso mehr habe ich Angst davor. Angst vor der eigenen Courage. Angst, keine Hausbesuche mehr machen zu können oder mich mit Mitarbeiterkram zu stressen. Denn wenn ich weiter meine Hausbesuche pflege, müßte ich Menschen einstellen die die Arbeit in der Praxis erledigen. Ich will kein Chef sein, ich will mich nicht um andere scheren müssen. Ich möchte am liebsten die Füße hochlegen, den Laptop auf dem Schoß Bürokram machen und nebenher Geld mit meinem Beruf verdienen. Und ab und zu mal einen Patienten in meinem Spezialgebiet behandeln, wenn ich ihn mag.

Das wäre toll…

Klingt arrogant und egoistisch, oder? Egal, mir täte es gefallen.

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