Die Sache mit dem Alkohol

Ich rede da nicht gerne drüber, weil ich mich irgendwie schäme. Aber irgendwohin müssen meine Gedanken ja mal gepackt werden.

Ich dachte früher immer, daß grade Hochsensible und Asperger keinen Alkohol oder wenn dann nur total kontrolliert trinken. Mein Mann hört zB. immer rechtzeitig auf, bevor er lustig wird oder die Kontrolle verliert.

Ich hingegen trinke eigentlich ganz gerne mal einen über den Durst. Ich bin da nicht wirklich  stolz drauf. Dennoch „brauche“ ich das manchmal einfach und ich habe mir schon länger Gedanken darüber gemacht, warum es nicht einfach auch ohne geht bzw. warum es ohne irgendwie doof ist. Nicht daß ich ständig nur am trinken wäre, dem ist nicht so. Aber ich wundere mich doch manchmal, warum es mir so guttut und finde genau das irgendwie gefährlich. Nach fast nem Jahr der Beobachtung kann ich sagen, ich trinke um meine Wahrnehmung zu dämpfen.

Wenn ich etwas trinke, kann ich soziale Situationen plötzlich viel besser ertragen. Ich höre zwar immer noch alle Geräusche gleichzeitig und gleich laut nebeneinander, aber ich kann es einfach besser und länger ertragen, ohne gleich in eine Art Overload zu geraten. Ich kann all das was die Menschen an Emotionen, Gefühlen und inneren Konflikten ungefragt an mich aussenden einfach besser übergehen. Mich also irgendwie besser abgrenzen und es macht mir mein Leben deutlich einfacher. Ich kann ein paar Stunden einfach nur normal sein. Mit Menschen reden, ihnen nahe kommen, volle Diskotheken ertragen, lachen, reden und einfach nur Spaß haben. Soweit so gut. Das Problem an der Sache ist allerdings, daß ich dann aber auch nicht merke daß ich eigentlich schon viel zu voll mit all dem Wahrnehmungszeug bin und dann von alles ist gut und schön, direkt in den Overload falle. So komplett ohne Übergangsphase. Einfach zapp und aus. Als würde jemand den ON/OFF Schalter umlegen. Das kanns ja auch nicht sein. Zumal ich dann ja wieder ewig brauche, um auf Normalmaß zu kommen.

Aber es tut mir manchmal auch einfach nur gut, nicht so schrecklich übersensibel zu sein. Solange ich jemanden an meiner Seite habe wie meinen Mann, klappt das auch ganz gut ohne abschließenden Overload.  Der hat quasi Antennen für Dinge die mir nicht guttun und zieht mich schon ganz automatisch da weg, wo ich noch gar nicht merke daß da was doof ist.

Aber wie geht sowas eigentlich ohne Alkohol? Wie kann man all das dämpfen ohne diese fiesen Nebenwirkungen?

Mir fallen nur 2 Lösungen ein. So weitermachen und das Gute genießen während man das schlechte in Kauf nimmt oder mich all meinen Sensibilitäten hingeben und zu Hause bleiben.

Ich genieße es sooooo sehr, mit meinen Freunden ausgelassen sein zu können und das Leben einfach mal zu genießen und auf sich zukommen zu lassen. Ich bin supergerne unter Menschen. Ich habs auch schon oft ohne Alkohol probiert, aber es ist dann immer superschwer und der Abend endet meistens damit daß ich fluchtartig unter irgendwelchen Vorwänden abhaue oder mich im Minutentakt auf Klos verkrümele und dort mit zugehaltenen Ohren schaukelnd sitze. Das kanns ja auch nicht sein.

Vielleicht sollte ich einfach mehr mit meinesgleichen feiern gehen. Das hat mir ein paar mal auf Forentreffen und so schon echt gutgetan. Da gabs Spaß ohne Overload und ich wollte gar nicht mehr nach Hause gehen. Aber woher nehmen?

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Ein Kommentar zu “Die Sache mit dem Alkohol

  1. 6083mit sagt:

    Ja, mit Deinesgleiches feiern gehen ist schonmal ein guter Ansatz…
    Könntest Du ein Solches Forentreffen initiieren?

    Gefällt mir

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